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	<title>Geschichte Archive - NW IHK</title>
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		<title>Kohle und Kinder: Was allein ein Brief hergibt</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Dec 2024 14:22:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das Fundstück: ein Brief. Es steht noch nicht einmal viel über Wirtschaft drin. Aber in ihm kreuzen sich die Lebenslinien von Menschen, von Unternehmern des 19. Jahrhunderts. Eine Firmengründung nahe am Wirtschaftskrimi kommt auch vor. Und ebenso spielt die IHK Hannover eine Rolle.   Lieber Freund, schreibt Fritz Hurtzig, und berichtet über erkrankte Kinder, die ein  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h6><strong>Das Fundstück: ein Brief. Es steht noch nicht einmal viel über Wirtschaft drin. Aber in ihm kreuzen sich die Lebenslinien von Menschen, von Unternehmern des 19. Jahrhunderts. Eine Firmengründung nahe am Wirtschaftskrimi kommt auch vor. Und ebenso spielt die IHK Hannover eine Rolle.</strong></h6>
<h6><strong> </strong></h6>
<p>Lieber Freund, schreibt Fritz Hurtzig, und berichtet über erkrankte Kinder, die ein Treffen verhinderten. Sodann darüber, dass in Bantorf das Köhleflöz erreicht sei. Und, fast hätte er’s vergessen: Hurtzig ist erneut Vater geworden. Eine Tochter, so steht es am Rande des Briefes. Aufbewahrt wird er im Niedersächsischen Landesarchiv in Wolfenbüttel.</p>
<h6><strong>Ursprung der Ilseder Hütte</strong></h6>
<p>Oktober 1859: Gerichtet ist der Brief an Carl Haarmann. Beide, Hurtzig und Haarmann, haben gerade auf den Trümmern eines gescheiterten ersten Versuchs die Actien-Gesellschaft Ilseder Hütte aufgebaut, die zu den Wurzeln der heutigen Salzgitter AG gehört. Neben Eisenerz war man dabei auf Kohle angewiesen: Deshalb der Hinweis auf die Kohleförderung im Deister, auf Bantorf, wo die Zeche Antonie von dem Jahr an, in dem Hurtzig schrieb,  bis 1928 förderte.</p>
<h6><strong>Ein tragisches Kapitel</strong></h6>
<p>Fritz Hurtzig, Fabrikant aus Linden, trieb gemeinsam mit dem Celler Bankier Carl Hostmann bereits die Gründung der Bergbau- und Hüttengesellschaft zu Peine voran, des unseligen Vorläufers der Ilseder Hütte. Die Wirtschaftskrise 1858 ließ die hoch fliegenden Pläne abstürzen. Hostmann – ein vergessener Wirtschaftspionier, hieß es in der Niedersächsischen Wirtschaft schon vor vielen Jahren &#8211; verlor sein Vermögen, brachte sich um.</p>
<h6><strong>Öffentlicher Streit mit dem Onkel</strong></h6>
<p>Zuvor hatten die beiden sich offenbar wegen ihrer Bergbau- und Hüttenpläne aber auch eine handfeste Auseinandersetzung mit Georg Egestorff geliefert, der Jahre zuvor die Eisen-Giesserey und Maschinenfabrik Georg Egestorff, später Hanomag, gründete. Man kam sich in Gehege, zumindest bei der Deister-Kohle.</p>
<p>Aber steht nicht Egestorff &amp; Hurtzig, Linden vor Hannover, im Briefkopf? Hurtzig war, in der Tat, ein Neffe des hannoverschen Vielfach-Industriellen. Die Firma allerdings hatte ihren Namen von Hurtzigs Vater und seinem Großvater Johann Egestorff: Es war eine Zuckersiederei, zunächst auf der Grundlage importierten Rohrzuckers. Hurtzig hatte aber auch seine Hände im Spiel beim Aufbau  der Zuckerfabrik Neuwerk in Gehrden, die zu den frühen Ansätzen der Rübenzucker-Produktion im Raum Hannover gehört. Heute ist diese für Niedersachsen so prägende Industrie in der Nordzucker AG konzentriert – deren historisches Material im Niedersächsischen Wirtschaftsarchiv in Wolfenbüttel liegt.</p>
<h6><strong>Hannoversche Brotfabrik: Bis heute wird dort gebacken</strong></h6>
<p>Aber Hurtzig machte nicht nur in Zucker und Stahl: Er gründete die Habag, die Hannoversche Brotfabrik, heute Produktionsstandort der Bremer Harry-Gruppe. Und sein Name taucht auf bei den Anfängen der Hannoverschen Bank – deren Schriftzug an der Fassade der Deutsche-Bank-Filiale in Hannover steht.<a href="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-24430 alignleft" src="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-66x66.jpg 66w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-150x150.jpg 150w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-200x200.jpg 200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-300x300.jpg 300w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-400x400.jpg 400w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-600x600.jpg 600w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-768x768.jpg 768w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz.jpg 800w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Doch nicht nur das machte Fritz Hurtzig zum deutschlandweit rührigen Gesicht der Wirtschaft Hannovers. Der Unternehmer ist auf dem Bild zu sehen, das 1862 den bleibenden Ausschuß des Deutschen Handelstages zeigt, Ursprung der heutigen Deutschen Industrie- und Handelskammer. Und er engagierte sich für eine Wirtschaftsvertretung im Königreich Hannover. Das gelang – aber erst nach der preußischen Annektion, 1867 wurde Fritz Hurtzig erster Präsident der Handelskammer, später IHK Hannover.</p>
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<p><a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/08/fundstuecke/">Alle Fundstücke</a></p>
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<p><strong>Auch Sie hüten Schätze aus Niedersachsens Wirtschaftsgeschichte? Wenden können Sie sich an das Niedersächsische Wirtschaftsarchiv, Forstweg 2, 38302 Wolfenbüttel, Tel. 05531 935-0, <a href="mailto:wolfenbuettel@nla.niedersachsen.de">wolfenbuettel@nla.niedersachsen.de</a></strong></p>
<p><a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/02/niedersaechsisches-wirtschaftsarchiv/">Mehr zum Wirtschaftsarchiv</a></p>
<p><a href="http://www.ndswa.de">www.ndswa.de</a></p>
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		<title>Zunehmend unleserlich: Nur Geduld</title>
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		<dc:creator><![CDATA[pohlmann.k]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Dec 2024 14:13:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Sie sind schlecht erhalten, die beiden Geschäftsbücher aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die dünne Handschrift ist blass und wird mit den Jahren zunehmend unleserlich. Trotzdem ein Fall für das Wirtschaftsarchiv? Das muss sich erweisen. Nur mit Geduld, aber immerhin, mögen sich die beiden Bücher zum Sprechen bringen lassen. Manches klingt aber sofort auf.  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h6><strong>Sie sind schlecht erhalten, die beiden Geschäftsbücher aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die dünne Handschrift ist blass und wird mit den Jahren zunehmend unleserlich. Trotzdem ein Fall für das Wirtschaftsarchiv? Das muss sich erweisen.</strong></h6>
<p>Nur mit Geduld, aber immerhin, mögen sich die beiden Bücher zum Sprechen bringen lassen. Manches klingt aber sofort auf. Fritz Uhde, Almstedt: ein Stoffgeschäft, das es noch bis in die 1970er Jahre in der Gemeinde nahe Hildesheim gegeben haben mag. Dann hätte die Unternehmung jedenfalls mehr als 100 Jahre bestanden.</p>
<p>Mit Gott: So ist es eingedruckt in einem der Bücher auf der ersten Seite – die im anderen fehlt, vermutlich herausgerissen. Der Hinweis auf himmlischen Beistand war üblich &#8211; Mahnung und Versicherung zugleich, nämlich die Buchführung nach bestem Wissen und Gewissen zu besorgen.</p>
<h6><strong>Kriege und Geschäftsbücher wurden mit Gott geführt</strong></h6>
<p>Aber genau diese zwei Wörter, Mit Gott,  haben auch ihren Weg gefunden in Karl Kraus‘ Drama „Die letzten Tage der Menschheit“, entstanden unter dem Eindruck des 1. Weltkriegs: „Kriege und Geschäftsbücher wurden mit Gott geführt.“</p>
<p>Wobei Fritz Uhde die Wörter noch ein-, zweimal handschriftlich wiederholt: Mit Gott. Und auch: Mit Gott fing alles an. Es wirkt wie eine Schriftprobe &#8211; der Versuch, schwungvolle Buchstaben aufs neue Papier zu bringen.</p>
<h6><strong>Geschäftsbücher-Metropole Hannover</strong></h6>
<p>Und nicht nur die Bücher waren neu, sondern auch die Druckerei, die sie her- stellte: die Geschäftsbücher-Fabrik von J. C. König &amp; Ebhardt, Hannover, Marstallstraße. 1845 gegründet, also gut ein Jahrzehnt, bevor die Aufzeichnungen Uhdes beginnen. König &amp; Ebhardt, kurz EBH, legte den Grundstein für Hannovers europaweite Bedeutung als Zentrum für die Herstellung von Geschäftsbüchern. Und war b<a href="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-24430 alignleft" src="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-66x66.jpg 66w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-150x150.jpg 150w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-200x200.jpg 200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-300x300.jpg 300w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-400x400.jpg 400w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-600x600.jpg 600w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-768x768.jpg 768w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz.jpg 800w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>is 1999 ein wichtiger Teil der hannoverschen Druck- und Verlagsszene.</p>
<p>Geschäftsbücher kamen also aus Hannover. Auch Fritz Uhde im nicht weit entfernten Almstedt setzte darauf. Und scheint ansonsten auch weltläufig unterwegs gewesen zu sein. Nach Hannover und Hildesheim, aber vor allem nach Berlin oder Leipzig, Krefeld, Glauchau, Bremen oder Brandenburg reichten seine Geschäftskontakte.</p>
<h6><strong>&#8222;So viel Menschen sind noch nicht gestürzt wie dieses Jahr&#8220;</strong></h6>
<p>Und dann Randnotizen: „1870 ist ein Jahr, so ein Krieg ist noch nie dagewesen, so viel Menschen sind noch nicht gestürzt wie dieses Jahr.“ Schreibt Uhde an den Rand seiner Buchführung. Jedoch wird die Schrift zunehmend unleserlich, nur mit viel Geduld wird man mehr aus den Büchern herausbringen. Was zum Beispiel bedeuten die vielen Frauennamen? Kundinnen? Namen von Stoffmustern?</p>
<p>Überdauert haben die Geschäftsbücher Uhdes in der IHK Hannover. Warum? Das bleibt im Dunklen. Jetzt jedenfalls gehen sie ins Wirtschaftsarchiv nach Wolfenbüttel. Ob sie dort zum Fundstück werden, bleibt abzuwarten. Denn das gehört zum Tagesgeschäft der Archivare: Abzuwägen, ob das Aufbewahren sich tatsächlich lohnt.</p>
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<p><strong>Auch Sie hüten Schätze aus Niedersachsens Wirtschaftsgeschichte? Wenden können Sie sich an das Niedersächsische Wirtschaftsarchiv, Forstweg 2, 38302 Wolfenbüttel, Tel. 05531 935-0, <a href="mailto:wolfenbuettel@nla.niedersachsen.de">wolfenbuettel@nla.niedersachsen.de</a></strong></p>
<p><a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/02/niedersaechsisches-wirtschaftsarchiv/">Mehr zum Wirtschaftsarchiv</a></p>
<p><a href="http://www.ndswa.de">www.ndswa.de</a></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/12/geschaeftsbuecher-uhde-almstedt/">Zunehmend unleserlich: Nur Geduld</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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		<title>Die Freitags-Kolumne: Schludrig</title>
		<link>https://archiv.nw-ihk.de/2024/09/die-freitags-kolumne-schludrig/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pohlmann.k]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Sep 2024 15:14:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Geht Niedersachsen, geht Hannover zu schludrig mit der Geschichte um? Insbesondere der Wirtschaftsgeschichte? Eine ganze Reihe von Arbeiten gerade in den vergangenen Jahren haben gezeigt, was da noch alles noch alles schlummert. Gerade erst erschien die Geschichte des Hauses Bahlsen. Auf nicht weniger als 600 Seiten. Und beschrieben sind sogar „nur“ die Jahre von 1911  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/09/die-freitags-kolumne-schludrig/">Die Freitags-Kolumne: Schludrig</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div data-contents="true">
<p>Geht Niedersachsen, geht Hannover zu schludrig mit der Geschichte um? Insbesondere der Wirtschaftsgeschichte? Eine ganze Reihe von Arbeiten gerade in den vergangenen Jahren haben gezeigt, was da noch alles noch alles schlummert. Gerade erst erschien die <a href="https://www.wallstein-verlag.de/9783835357730-die-geschichte-des-hauses-bahlsen.html">Geschichte des Hauses Bahlsen</a>. Auf nicht weniger als 600 Seiten. Und beschrieben sind sogar „nur“ die Jahre von 1911 bis 1974. Nicht nur ein Unternehmen, sondern eine Unternehmerfamilie, zumal sicher eine der bekanntesten in Deutschland &#8211; eng verwoben mit Politik, Stadt und Gesellschaft. Teil des Lebens so vieler Menschen, die für das Unternehmen gearbeitet haben. Standortprägend ohne Zweifel &#8211; und das an einem Standort, Hannover, von dem es immer wieder heißt, hier habe das Understatement sein deutsches Zuhause, in einer grünen, überschaubaren Großstadtumgebung. Wie nett. Oder liegt es daran, das zu wenig gewusst wird über das, was hier an allen Ecken und Enden passierte? Das wäre schludrig. Man kann sicher nicht auf alles stolz sein. Aber auf so manches schon. Und wieder machen es andere Bundesländer vor. Sowohl im Ruhrgebiet als auch in Hessen gibt es eine &#8211; auch touristisch ausgerichtete &#8211; Route der Industriekultur. Und dort schwingt genau das mit: Stolz auch auf die Leistungen der Vergangenheit. (pm)</p>
</div>
<p><strong>Ursprünglich als Wirtschaftspolitisches Streiflicht, später in einer eigenen Rubrik „Streiflichter“: Glossen begleiten die Niedersächsische Wirtschaft von Anfang an und hatten schon in Vorgänger-Publikationen ihren Platz. An dieser Stelle finden Sie jeden Freitag eine Glosse in dieser Tradition.</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/09/die-freitags-kolumne-schludrig/">Die Freitags-Kolumne: Schludrig</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>NW-Reihe: Fundstücke aus dem Wirtschaftsarchiv</title>
		<link>https://archiv.nw-ihk.de/2024/08/fundstuecke/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Aug 2024 14:08:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt einiges zu tun in Niedersachsen: Das Wirtschaftsarchiv in Wolfenbüttel ist erst rund 20 Jahre alt. Obwohl es erste Ideen für eine solche Einrichtung schon 1974 gab. Andere Bundesländer kümmern sich aber schon sehr viel länger um die Erinnerung an Unternehmen. In einer Reihe zeigen wir in der NW Fundstücke aus dem Niedersächsischen Wirtschaftsarchiv  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/08/fundstuecke/">NW-Reihe: Fundstücke aus dem Wirtschaftsarchiv</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h6><strong>Es gibt einiges zu tun in Niedersachsen: Das Wirtschaftsarchiv in Wolfenbüttel ist erst rund 20 Jahre alt. Obwohl es erste Ideen für eine solche Einrichtung schon<a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/08/zeitreise-was-unsere-vorgaenger-schrieben-von-der-dampfkessel-innovation-zur-digitalen-revolution-8/"> 1974</a> gab. Andere Bundesländer kümmern sich aber schon sehr viel länger um die Erinnerung an Unternehmen. In einer Reihe zeigen wir in der NW Fundstücke aus dem Niedersächsischen Wirtschaftsarchiv</strong></h6>
<h5></h5>
<h6><strong>Kein Lausbubenstreich: Konserven vergraben</strong></h6>
<p>Eine bunte Geschichte, so wie die von Wilhelm Busch gezeichneten. Und in der Tat spielt der eine Rolle bei der Konservenfabrik Busch, Barnewitz &amp; Co. in Wolfenbüttel. Die wurde von Wilhelms Bruder gegründet. Und überhaupt tauchen Konservendosen immer wieder in der niedersächsischen Wirtschaftsgeschichte auf. Und auch im Wirtschaftsarchiv. <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/04/fundstueck-wirtschaftsarchiv-dose/">Hier geht&#8217;s zum Fundstück</a>.</p>
<h6><strong>Hannover &#8211; seit langem Börsenstadt<br />
</strong></h6>
<p>Springen wir mal in die Vorklassik: Die Dampfmaschine war immerhin schon ein paar Jahrzehnte alt, begann aber gerade erst in England, ihre revolutionäre Kraft zu entwickeln. Das wurde 1787 in Hannover die Börse genehmigt. Und man braucht nur etwas guten Willen, um ein verbindendes Element zu finden: ein König. Die Hannoveraner regierten in London, und von dort kam auch die Erlaubnis zur Börsengründung. Das Wirtschaftsarchiv verwahrt die Kurszettel. <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/06/boerse-fundstueck/">Hier geht&#8217;s zum Fundstück.</a></p>
<h6><a href="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-24430 alignleft" src="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-66x66.jpg 66w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-150x150.jpg 150w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-200x200.jpg 200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-300x300.jpg 300w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-400x400.jpg 400w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-600x600.jpg 600w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-768x768.jpg 768w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz.jpg 800w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><strong>Pilze in Dosen ohne Erinnerung<br />
</strong></h6>
<p>Jetzt greifen wir nochmal in das Fach mit den Dosen. Wer kennt noch Epi-Pilzkonserven? Kaum jemand &#8211; vermutlich auch nicht diejenigen, die im Epiweg im hannoverschen Ahlem wohnen. Die Erinnerung an das Unternehmen ist längst verblasst. Die Etiketten im Wirtschaftsarchiv sind es nicht. <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/08/fundstuecke-epi/">Hier geht&#8217;s zum Fundstück.</a></p>
<h6></h6>
<h6><strong>Zunehmend unleserlich: Nur Geduld<br />
</strong></h6>
<p>Nur mit Geduld, aber immerhin, mögen sich die beiden Bücher zum Sprechen bringen lassen. Manches klingt aber sofort auf. Fritz Uhde, Almstedt: ein Stoffgeschäft, das es noch bis in die 1970er Jahre in der Gemeinde nahe Hildesheim gegeben haben mag. Die Handschrift in den Geschäftsbüchern aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist blass und wird zunehmend unleserlich. Trotzdem ein Fall fürs Wirtschaftsarchiv?  <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/12/fundstueck-hurtzig-wirtschaftsarchiv/">Hier geht&#8217;s zum Fundstück.</a></p>
<h6 data-fontsize="18" data-lineheight="27px"><strong>Kohle und Kinder: Was allein ein Brief alles hergibt</strong></h6>
<p class="fusion-responsive-typography-calculated" data-fontsize="18" data-lineheight="27px">Das Fundstück: ein Brief. Es steht noch nicht einmal viel über Wirtschaft drin. Aber in ihm kreuzen sich die Lebenslinien von Menschen, von Unternehmern des 19. Jahrhunderts. Eine Firmengründung nahe am Wirtschaftskrimi kommt auch vor. Und ebenso spielt die IHK Hannover eine Rolle. <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/12/fundstueck-hurtzig-wirtschaftsarchiv/">Hier geht&#8217;s zum Fundstück.</a></p>
<p><strong>Auch Sie hüten Schätze aus Niedersachsens Wirtschaftsgeschichte? Wenden können Sie sich an das Niedersächsische Wirtschaftsarchiv, Forstweg 2, 38302 Wolfenbüttel, Tel. 05531 935-0, <a href="mailto:wolfenbuettel@nla.niedersachsen.de">wolfenbuettel@nla.niedersachsen.de</a></strong></p>
<p><a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/02/niedersaechsisches-wirtschaftsarchiv/">Mehr zum Wirtschaftsarchiv</a></p>
<p><a href="http://www.ndswa.de">www.ndswa.de</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/08/fundstuecke/">NW-Reihe: Fundstücke aus dem Wirtschaftsarchiv</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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		<title>Erinnerung an Epi: Wie Tränen im Regen</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Aug 2024 12:52:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Unternehmen, die kommen und gehen: Zwölf Jahre alt wird eine Firmen heute im Durchschnitt. Ein unaufhörlicher Strom, der sich durch die Wirtschaftsgeschichte zieht. Die Erinnerung selbst an große Unternehmen jedoch verblasst schnell. Von manchen Unternehmen bleibt nichts. Von anderen kaum mehr als Fundstücke aus dem Wirtschaftsarchiv.   Drei Konservenetiketten verwahrt das Niedersächsische Wirtschaftsarchiv: Mischpilze, auch  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/08/fundstuecke-epi/">Erinnerung an Epi: Wie Tränen im Regen</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5><strong>Unternehmen, die kommen und gehen: Zwölf Jahre alt wird eine Firmen heute im Durchschnitt. Ein unaufhörlicher Strom, der sich durch die Wirtschaftsgeschichte zieht. Die Erinnerung selbst an große Unternehmen jedoch verblasst schnell. Von manchen Unternehmen bleibt nichts. Von anderen kaum mehr als Fundstücke aus dem Wirtschaftsarchiv.</strong></h5>
<p>&nbsp;</p>
<p>Drei Konservenetiketten verwahrt das Niedersächsische Wirtschaftsarchiv: Mischpilze, auch geschält, steht drauf. Teils mit botanischer Nachhilfe: Grünling – Marone – Sandröhrling. Und mittendrin immer ein rotgewandeter Wichtel: Epi W. Hunte GmbH, zunächst in Linden, später in Ahlem bei Hannover.</p>
<h6><strong>Etiketten und ein Straßenname<br />
</strong></h6>
<p>Das war’s. Die Etiketten sind über eine Sammlung ins Archiv gekommen. Mehr zum Unternehmen findet man zunächst nicht. Ganz klein aber scheint Epi aber nicht gewesen zu sein. Denn im hannoverschen Stadtteil Ahlem gibt es immerhin bis heute den Epiweg: „Hier befand sich von 1954 bis 1973 die Champignonzucht der von Wilhelm Hunte gegründeteten Firma Epi“, schreibt Christian Hanke in seinem Buch über die Straßennamen Hannovers.</p>
<p><a href="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-24430 alignleft" src="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-66x66.jpg 66w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-150x150.jpg 150w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-200x200.jpg 200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-300x300.jpg 300w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-400x400.jpg 400w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-600x600.jpg 600w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-768x768.jpg 768w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz.jpg 800w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Aber auch, wenn es diese Straße gibt: Wer wird noch wissen, warum sie so heißt? Zumal in genau dieser Ahlemer Wohngegend zurzeit ganz andere Fragen wichtig sind, weil darunter Asphaltstollen liegen: Schatten der Wirtschaftsgeschichte. Aber das ist eine andere Geschichte.</p>
<h6><strong>Wie wenig man weiß<br />
</strong></h6>
<p>Das Archivinformationssystem <a href="https://www.arcinsys.de/">Arcinsys</a> lässt immerhin noch erkennen, dass Epi zuerst in Linden zu Hause war und dann erst nach Ahlem zog. Das gibt ein Verweis auf Akten des Kriegsschädenamtes in den 40er Jahren her: Hunte, Wilhelm. Inhaber der Firma „Epi“. Geboren am 12. Dezember 1904, wohnhaft Spinnereistraße. Und dann? Wird es dünn mit Informationen über das Unternehmen. Selbst, ob Epi Champignons oder die Mischpilze in den Eiskellern am Lindener Berg zog, bleibt unklar. Bis ins Jahr 2000 wurden in diesen Stollen aus dem 18. Jahrhundert Pilze angebaut.</p>
<p>Und doch verbirgt sich hinter den Etiketten ein Lebenswerk, steckt hinter den wenigen Archiveinträgen eine wohl rund 30 Jahre währende Unternehmensgeschichte. Wenn man so will, nur ein Tropfen im Strom vieler tausend Unternehmensgeschichten. Erinnerungen an Unternehmen, die sich verlieren &#8211; wie Tränen im Regen. Kino- und Science-fiction-Enthusiasten gleichermaßen mögen jetzt wissen, woher dieses Bild kommt. Aus dem Klassiker <a href="https://www.imdb.com/title/tt0083658/">Blade Runner</a> &#8211; es ist eine zentrale Szene des Films, in der es um nichts anders geht als die Trauer um unnötig verlorene Erinnerungen. Zu sentimental?</p>
<p>Natürlich, Kaufleute pflegen die Nüchternheit. Was zählt, ist die Gegenwart, das hier und jetzt. Zukunft ist ein Thema. Vergangenheit oft nicht. Doch wer will, dass vom Lebenswerk mehr bleibt als Aufkleber für Konservendosen mit Pilzen und Wichteln oder vielleicht ein Straßenname, der wird dafür etwas tun müssen. Möglichkeiten gibt es genug. Denn sonst &#8211; bleiben nur Tränen im Regen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Auch Sie hüten Schätze aus Niedersachsens Wirtschaftsgeschichte? Wenden können Sie sich an das Niedersächsische Wirtschaftsarchiv, Forstweg 2, 38302 Wolfenbüttel, Tel. 05531 935-0, <a href="mailto:wolfenbuettel@nla.niedersachsen.de">wolfenbuettel@nla.niedersachsen.de</a></strong></p>
<p><a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/02/niedersaechsisches-wirtschaftsarchiv/">Mehr zum Wirtschaftsarchiv</a></p>
<p><a href="http://www.ndswa.de">www.ndswa.de</a></p>
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		<title>Kurs &#8211; Zettel &#8211; Wirtschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[pohlmann.k]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jun 2024 12:24:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Seit 1787 gehört die Börse zu Hannover. Noch vor jeder industriellen Revolution: Der in London residierende hannoversche König hatte sie genehmigt. Die historischen Kurszettel werden im Wolfenbütteler Wirtschaftsarchiv aufbewahrt.     Leicht, allzu leicht ist man geneigt zu denken, die Wirtschafts-, insbesondere aber die Industriegeschichte (jedenfalls die richtige), fände ihre Anfänge in der ersten Hälfte  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/06/boerse-fundstueck/">Kurs &#8211; Zettel &#8211; Wirtschaft</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5><strong>Seit 1787 gehört die Börse zu Hannover. Noch vor jeder industriellen Revolution: Der in London residierende hannoversche König hatte sie genehmigt. Die historischen Kurszettel werden im Wolfenbütteler Wirtschaftsarchiv aufbewahrt.<br />
</strong></h5>
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<p><a href="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-24430 alignleft" src="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-66x66.jpg 66w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-150x150.jpg 150w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-200x200.jpg 200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-300x300.jpg 300w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-400x400.jpg 400w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-600x600.jpg 600w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-768x768.jpg 768w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz.jpg 800w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Leicht, allzu leicht ist man geneigt zu denken, die Wirtschafts-, insbesondere aber die Industriegeschichte (jedenfalls die richtige), fände ihre Anfänge in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts: Yeah, die ökonomische Klassik ist auf dem Weg und wird mindestens die kommenden zwei Jahrhunderte prägen! In Hannover zum Beispiel wurden gegründet: Hanomag 1835, Pelikan 1838, Sprengel 1851. Oder 1843 die heute noch bestehende Farbenfabrik Jänecke &amp; Schneemann.</p>
<h6><strong>Veränderung findet in Köpfen statt &#8211; oder gar nicht</strong></h6>
<p>Zu dieser Zeit erfasste die Kraft der Dampfmaschine in ganzer Breite den europäischen Kontinent und trieb die erste industrielle Revolution vor sich her. Aber noch wichtiger, denn jede Veränderung hat ihren Ursprung in Köpfen und findet letzten Endes entweder dort oder gar nicht statt: Die Gedanken der frühen Ökonomen brachen sich Bahn, namentlich Adam Smith und David Ricardo.</p>
<h6><strong>Puderperückiger Merkantilismus?</strong></h6>
<p>Mit der Zeit davor scheint zumindest die heutige Ökonomie doch eher zu fremdeln. Merkantilismus, herrje, das Wirtschaftssystem puderperückiger Feudalherren, seltener Feudalherrinnen. Die nicht den Wohlstand der Nation(en), sondern ihren eigenen im Sinn hatten. Denn der Staat, das waren ja sie: L’etat c’est moi, frei übersetzt: Der Etat gehört mir, und den gilt es zu mehren. Handelsschranken? Ja, bitte, wenn’s dabei hilft, die eigene Kasse zu füllen. Wobei: Kehren nicht gerade solche Vorstellungen weltweit zurück?</p>
<h6><strong>Der dritte Georg sitzt in London</strong></h6>
<p>Aber gehen wir vielleicht lieber davon aus, dass es so holzschnittartig damals dann doch nicht gewesen ist. Sondern Veränderung in der Luft lag. Ganz abgesehen davon war in Hannover der König sowieso weit weg: Seit 1760 regierte der dritte Georg, und zwar von London aus nicht nur Großbritannien und Irland, sondern auch ein norddeutsches Kurfürstentum so in etwa von Hannover bis Cuxhaven. Vielleicht dauerte es deshalb so lange, über zwei Jahre, bis der im August 1785 entstandene hannoversche Börsenclub die königliche Genehmigung unter Dach und Fach hatte. Also ward gegen Ende 1787 die hannoversche Börse gegründet.</p>
<h6><strong>Wirtschaftsförderung in Hannover</strong></h6>
<p>Und tatsächlich, die rund 90 Club-Mitglieder hatten sich seinerzeit die Förderung der Wirtschaft in Hannover auf die Fahnen geschrieben. Deren Entwicklung sei durch Eigennutz, Privatinteresse und eine etwas ungünstige Lage behindert: „Und gewiss war es lang der geheime Wunsch eines jeden unter uns, den Flor der hiesigen Handlung nach besten Kräften zu befördern.“ Ohne Zweifel: Es sind Zeiten des Umbruchs. Anderthalb Jahre nach der Börsengründung wird in Paris die Bastille gestürmt, was jedenfalls dort das Ende des Der-Staat-bin-ich-Denkens bringt und aus Sicht vieler am Beginn eines langen, bürgerlichen Jahrhunderts steht, das bis Ende des ersten Weltkriegs andauern sollte mit wachsender Bedeutung der Wirtschaft.</p>
<h6><strong>Schon sehr lange ein Teil der Stadt</strong></h6>
<p>Die Börse war nicht nur in diesen Jahren, sondern ist bis heute Teil Hannovers. Und auch den Börsenclub gibt es nach wie vor. Gar nicht so leicht manchmal, alles zu entwirren: Zunächst Warenbörse, spätestens ab 1845 getragen vom Handelsverein, zu dessen Sekretären der spätere Gründer der Handelskammer Hannover gehörte. Als die Kammer 1867 ihre Arbeit aufnahm, wurde der Handelsverein aufgelöst, sein Vermögen und das Börsengebäude gingen an die Handelsinnung, die den Börsenhandel weiter ausbaute. Das schreibt die heutige BÖAG Börsen AG, unter deren Dach die Börsen Hannover, Hamburg und Düsseldorf arbeiten, mit Blick auf ihre Geschichte.</p>
<p>Im Jahr 1923 zog die die Börse ins –nach dem Krieg wiederaufgebaute Gebäude der Calenberg-Grubenhagenschen Landschaft am hannoverschen Opernplatz. 1999 schloss sich die hannoversche Börse mit der in Hamburg zur BÖAG zusammen, seit 2017 gehört die Düsseldorfer Börse dazu. Beide sind noch weit älter als die in Hannover, stammen aus dem 16. Jahrhundert. So viele Meilensteine, so viele Jahreszahlen. Noch ein paar: Seit 1900 ist die Hannoversche Börse als amtliche Wertpapierbörse zugelassen. Die beiden ersten deutschen Volksaktien, Preussag und VW, hatten dort ihre Heimat. Diese Zeitschrift, die Niedersächsische Wirtschaft, war lange amtliches Pflichtblatt der Niedersächsischen Börse zu Hannover.</p>
<h6><strong>Kurszettel im Wirtschaftsarchiv</strong></h6>
<p>Die Kurszettel der Börse werden seit 2006 im Niedersächsischen Wirtschaftsarchiv in Wolfenbüttel aufbewahrt. Sie sind dort für die Forschung uneingeschränkt zugänglich, wie Archivleiter Dr. Brage Bei der Wieden schreibt. Womit ein weiterer Teil niedersächsischer Wirtschaftsgeschichte gesichert wäre.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Auch Sie hüten Schätze aus Niedersachsens Wirtschaftsgeschichte? Wenden können Sie sich an das Niedersächsische Wirtschaftsarchiv, Forstweg 2, 38302 Wolfenbüttel, Tel. 05531 935-0, <a href="mailto:wolfenbuettel@nla.niedersachsen.de">wolfenbuettel@nla.niedersachsen.de</a></strong></p>
<p><a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/02/niedersaechsisches-wirtschaftsarchiv/">Mehr zum Wirtschaftsarchiv</a></p>
<p><a href="http://www.ndswa.de">www.ndswa.de</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/06/boerse-fundstueck/">Kurs &#8211; Zettel &#8211; Wirtschaft</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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		<title>Da steckt Geschichte drin</title>
		<link>https://archiv.nw-ihk.de/2024/04/fundstueck-wirtschaftsarchiv-dose/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pohlmann.k]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Apr 2024 06:25:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Was Max und Moritz nicht auf dem Kerbholz hatten: Konservendosen im Garten vergraben. Das geht, möglicherweise jedenfalls, auf das Konto ihres geistigen Vaters Wilhelm Busch. Wie das? Die Antwort führt ins Niedersächsische Wirtschaftsarchiv nach Wolfenbüttel.   Da steckt was drin. Und zwar keineswegs nur, weil diese Konservendose, hergestellt wohl in den frühen 1870er Jahren, noch  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/04/fundstueck-wirtschaftsarchiv-dose/">Da steckt Geschichte drin</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5><strong>Was Max und Moritz nicht auf dem Kerbholz hatten: Konservendosen im Garten vergraben. Das geht, möglicherweise jedenfalls, auf das Konto ihres geistigen Vaters Wilhelm Busch. Wie das? Die Antwort führt ins Niedersächsische Wirtschaftsarchiv nach Wolfenbüttel.</strong></h5>
<p>&nbsp;</p>
<p>Da steckt was drin. Und zwar keineswegs nur, weil diese Konservendose, hergestellt wohl in den frühen 1870er Jahren, noch gefüllt ist. Es steckt was drin, weil sich mit dieser Dose auch ein gehöriges Stück niedersächsischer Wirtschaftsgeschichte erzählen lässt. Umso wichtiger also, dass sie heute im Niedersächsischen Wirtschaftsarchiv in Wolfenbüttel aufbewahrt wird.</p>
<h6><strong>Material für das Wirtschftsarchiv</strong></h6>
<p>Wie ein Schatz habe Konrad Benze, der letzte Geschäftsführer der ehemaligen, ebenfalls in Wolfenbüttel tätigen Busch, Barnewitz &amp; Co. die Dose und rund weitere 70 historische Gegenstände und Dokumente gehütet. Seit 1980 gibt es die Firma nicht mehr, nach mehr als 100 Jahren. Selbst in hohem Alter, übergab Benze das Material dann 2007 dem Wirtschaftsarchiv, schreibt Archiv-Mitarbeiter Dr. Martin Fimpel, der sich mit der Konservenindustrie der Region beschäftigt hat.</p>
<p><a href="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-24430 alignleft" src="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-66x66.jpg 66w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-150x150.jpg 150w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-200x200.jpg 200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-300x300.jpg 300w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-400x400.jpg 400w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-600x600.jpg 600w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz-768x768.jpg 768w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2024/04/LogoStreifz.jpg 800w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Und damit zu Max und Moritz. Denn Gustav Busch, der Gründer der Wolfenbütteler Konservenfabrik, war Wilhelms jüngerer Bruder. Und ältere Geschwister helfen manchmal aus der Patsche. Zum Beispiel beim Vergraben einer frühen Konserven-Fehlproduktion im heimischen Garten – eine Anekdote, wie Martin Fimpel schreibt. Kurz danach wurde wahrscheinlich die Konserve des Wirtschaftsarchivs hergestellt. Und wirft bis heute ein Schlaglicht auf die Wirtschaft der Region.</p>
<h6><strong>Konserven aus Niedersachsen</strong></h6>
<p>Man landet dabei schnell auf den fruchtbaren Böden Ostfalens. Die lieferten reichlich, deshalb war Haltbarkeit hier vielleicht ganz besonders ein Thema. Jedenfalls liegen zwar die Wurzeln der Konservendose in Frankreich. Dann aber kommt Seesen ins Spiel. Dort wurden 1830 die ersten Dosen in Deutschland vom Klempnermeister Heinrich Züchner hergestellt, und das Städtische Museum widmet sich der Konserve in einer Dauerausstellung. Und in Seesen wurde auch von Heinrich Sieburg die Marke Sonne eingetragen. Später – klingelt es? – Teil von Sonnen-Bassermann. Mit diesem Unternehmen kooperierten Busch, Barnewitz &amp; Co zuletzt und fusionierten dann.</p>
<p>Und damit verlassen wir das Harzvorland und die Braunschweiger Region – nur, um zumindest noch ein im Ursprung hannoversches Unternehmen aus der Dose zu lassen: Appel Feinkost steht für haltbare Feinkost und wurde nur wenige Jahre nach Buschs Wolfenbütteler Gründung aus der Taufe gehoben. Doch diese Geschichte steht auf einem anderen Blatt.</p>
<p><a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/08/fundstuecke/">Alle Fundstücke</a></p>
<p><strong>Auch Sie hüten Schätze aus Niedersachsens Wirtschaftsgeschichte? Wenden können Sie sich an das Niedersächsische Wirtschaftsarchiv, Forstweg 2, 38302 Wolfenbüttel, Tel. 05531 935-0, <a href="mailto:wolfenbuettel@nla.niedersachsen.de">wolfenbuettel@nla.niedersachsen.de</a></strong></p>
<p><a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/02/niedersaechsisches-wirtschaftsarchiv/">Mehr zum Wirtschaftsarchiv</a></p>
<p><a href="http://www.ndswa.de">www.ndswa.de</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/04/fundstueck-wirtschaftsarchiv-dose/">Da steckt Geschichte drin</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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		<title>Die Freitags-Kolumne: Geschichte(n)</title>
		<link>https://archiv.nw-ihk.de/2024/02/die-freitags-kolumne-geschichte-geschichten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pohlmann.k]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Feb 2024 15:11:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>„Die Industriegeschichte Niedersachsens ist noch nicht geschrieben.“ So steht es 1949 in einem Beitrag in dieser Zeitschrift über den vergessenen Wirtschaftspionier Carl Hostmann. Das war vor 75 Jahren. Geändert hat sich seither wenig. Oder sagt Ihnen der Name Hostmann etwas? Zwar wurde die Geschichte einer ganzen Reihe von Unternehmen aufgearbeitet. Aber Niedersachsens Industriegeschichte insgesamt? Aufstieg  [...]</p>
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<p>„Die Industriegeschichte Niedersachsens ist noch nicht geschrieben.“ So steht es 1949 in einem Beitrag in dieser Zeitschrift über den vergessenen Wirtschaftspionier Carl Hostmann. Das war vor 75 Jahren.</p>
<p>Geändert hat sich seither wenig. Oder sagt Ihnen der Name Hostmann etwas? Zwar wurde die Geschichte einer ganzen Reihe von Unternehmen aufgearbeitet. Aber Niedersachsens Industriegeschichte insgesamt? Aufstieg und Fall ganzer Branchen, Strukturwandel, Industrialisierung: Wer kennt noch den Lindener Samt als prägendes Produkt der Mechanischen Weberei im Industrie-Vorort Hannovers? Oder weiß, dass die Stadt mal bekannt war als Zentrum der Geschäftsbuch-Druckerei? Das reicht bis in die vorindustrielle Zeit mit der Gründung heute noch bestehender Unternehmen: die Schlütersche Verlagsgesellschaft, die VGH mit ihrem Ursprung in der Landschaftlichen Brandkasse, mit den Vorläufern der Nord/LB, mit der Porzellanmanufaktur in Fürstenberg. Und in der Geschichte findet man dann auch endlich mal relevante Unterschiede zwischen Braunschweig und Hannover: kurfürstliche Wirtschaftsförderer dort, Landschaften hier.</p>
<p>Die Industrie-, die Wirtschaftsgeschichte Niedersachsens ist prallvoll, und sie steckt voller praller Geschichten. Aber Niedersachsen, das hört man immer wieder, ist spät dran bei der Aufarbeitung dieses Teil seiner Geschichte. Womit wir wieder am Anfang sind: Auch ein dreiviertel Jahrhundert, nachdem in der NW die fehlende Geschichtsschreibung beklagt wurde, klafft da eine Lücke.</p>
<p>Auch das <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2024/02/niedersaechsisches-wirtschaftsarchiv/">Niedersächsische  Wirtschaftsarchiv</a> in Wolfenbüttel gibt es noch nicht allzu lange, verglichen vor allem mit den Archiven im Rheinland und in Westfalen. Immerhin: Vieles an Material liegt aber auch in anderen Archiven oder in Museen. Noch genug zu tun also.</p>
<p>Übrigens: Carl Hostmann, ein Bankier aus Celle, legte den Grundstein für die spätere Ilseder Hütte, zusammen mit dem Gründer der IHK Hannover, Fritz Hurtzig. Für Hostmann allerdings endete die Sache tragisch, er starb über der zunächst gescheiterten Gründung und der Insolvenz seiner Firma. Aber ganz vergessen ist er also noch nicht. (pm)</p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
<p><strong>Ursprünglich als Wirtschaftspolitisches Streiflicht, später in einer eigenen Rubrik „Streiflichter“: Glossen begleiten die Niedersächsische Wirtschaft von Anfang an und hatten schon in Vorgänger-Publikationen ihren Platz. An dieser Stelle finden Sie jeden Freitag eine Glosse in dieser Tradition.</strong></p>
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		<title>Geschichte bewahren und nutzen</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Nov 2022 15:49:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]Mag sein, dass angesichts so vieler Krisen Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte gerade heute nicht ganz oben auf der Liste steht. Trotzdem haben die IHK und das Niedersächsische Wirtschaftsarchiv im September eine Tagung in Hannover organisiert: Wie lässt sich Geschichte bewahren, und wie kann man sie nutzen? Geschichte ist ein Riesenthema. Und begeistert Menschen. Hört sich komisch  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2022/11/geschichte-bewahren-und-nutzen/">Geschichte bewahren und nutzen</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]<span style="font-family: Verdana, arial; font-size: 16px;">Mag sein, dass angesichts so vieler Krisen Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte gerade heute nicht ganz oben </span><span style="font-family: Verdana, arial; font-size: 16px;">auf der Liste steht. Trotzdem haben die IHK und das Niedersächsische Wirtschaftsarchiv im September eine Tagung </span><span style="font-family: Verdana, arial; font-size: 16px;">in Hannover organisiert: Wie lässt sich Geschichte bewahren, und wie kann man sie nutzen?</span></p>
<p>Geschichte ist ein Riesenthema. Und begeistert Menschen. Hört sich komisch an? Aber dafür sprechen Berge von historischen Romanen und Sachbüchern. Gerne genommen: Bildbände mit historischen Fotos. Filme, und inzwischen vor allem Serien: Babylon Berlin. Programmfüllende Dokumentationen. Reisen. Ahnenforschung. Der große Bereich der Technikgeschichte. Inzwischen längst auch Computerspiele. Auch in den tagesaktuellen Medien ist Geschichte immer wieder Thema.</p>
<p>Eigentlich Grund genug für Unternehmen, sich mit dem zu beschäftigten, was auf gut Englisch History Marketing heißt. Geschichte ist aber auch Teil des regionalen Bewusstseins, trägt zum Bild eines Standortes bei: Also Grund genug auch für die IHK Hannover, gemeinsam mit dem Niedersächsischen Wirtschaftsarchiv in Wolfenbüttel Unternehmen und Geschichtsfachleute aus der Wissenschaft und aus den Archiven zusammenzubringen. Angeregt hatte eine solche Veranstaltung Dr. Sabine Graf, Präsidentin des Niedersächsischen Landesarchivs, und IHK-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt nahm diese Idee dann unmittelbar auf.</p>
<p>„Unternehmen machen Geschichte. Und Unternehmen haben Geschichte.“ So brachte Dr. Ingo Köhler vom Hessischen Wirtschaftsarchiv bei der Tagung in Hannover die beiden Seiten auf den Punkt. Sie prägen &#8211; auch mit ihrer Vergangenheit &#8211; eine Region, so Köhler. Aber warum sollten sich Unternehmen mit ihrer Geschichte beschäftigen? Jedenfalls nicht nur, um damit zu werben, auch wenn der Titel der Veranstaltung in der IHK – Geschichte für morgen: History Marketing und Archivmanagement – diesen Zweck betonte. Dr. Hartmut Berghoff, als Professor an der Uni Göttingen einer der renommiertesten Unternehmenshistoriker in Deutschland, nannte weitere Punkte. Einer davon: aus der Geschichte lernen. Wie Ingo Köhler nimmt er Henry Ford als klassisches Beispiel. Mit dem Fließband setzte er eine zukunftsträchtige Idee um. Aber aus der Vergangenheit hätte er lernen können, dass das ewig schwarze Model T nicht ewig ein Verkaufsschlager bleiben würde &#8211; und sich so eine Unternehmenskrise erspart. Grundsätzlich betonte Berghoff, dass Geschichte Orientierung gibt und wies auf die historische Bedingtheit der Gegenwart hin: Was für Menschen gilt, die ihre persönliche Geschichte pflegen, lasse sich auf Organisationen übertragen. Erinnerungskultur ist auch in Unternehmen sinnvoll. Anders gesagt: Tradition hat nur, wer sie kennt. Oder mit den Worten von Ingo Köhler: „Zukunft braucht Herkunft.“</p>
<p>Andere Aspekte, warum es sinnvoll ist, sich mit Unternehmensgeschichte zu beschäftigten, sind noch handfester. Immer wieder geht es um Rechts- und Haftungsfragen: Wie lassen sich Ansprüche bis hin zu Urheberrechten untermauern, wenn nicht durch den Rückgriff auf historisches Material? Das gilt genauso, wenn es darum geht, in der Öffentlichkeit erhobene Vorwürfe zu entkräften, die heutzutage vorzugsweise als Shitstorm über Unternehmen hereinbrechen können.</p>
<p>Auch für den Unternehmenshistoriker Berghoff sind aber Marketing und Imagepflege wesentlich. Neben der Tradition, mit der viele Unternehmen punkten, lassen sich Qualität, Einzigartigkeit oder Glaubwürdigkeit aus der Geschichte ableiten: „Helden haben immer eine Kindheit“, so Berghoff. Unternehmen wie Tesla, die auch ohne Geschichte ihr Image aufgebaut haben, dürften eher eine Ausnahme sein. Auch Werte, die für die Attraktivität als Arbeitgeber wichtig sind, wie Zuverlässigkeit, Sicherheit und das Festhalten an einem sinnvollen Unternehmensziel &#8211; heute oft als Purpose bezeichnet &#8211; werden in der Unternehmensgeschichte sichtbar.</p>
<p><strong>Zehn Wirtschaftsarchive bundesweit</strong></p>
<p>Für das alles ist unverzichtbar, dass es überhaupt noch historisches Material gibt, entweder in unternehmenseigenen Archiven oder in öffentlichen. Die regional ausgerichteten Wirtschaftsarchive, von denen es bundesweit insgesamt zehn gibt, sind dabei so etwas wie eine deutsche Spezialität, so Dr Karl-Peter Ellerbrock vom Westfälischen Wirtschaftsarchiv in Dortmund. Das verfügt über rund zehn Regalkilometer an Material, etwa 900 Bestände, von denen einige bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Gegründet wurde das Archiv 1941, zehn Jahre später die Gesellschaft für Westfälische Wirtschaftsgeschichte, die &#8211; neben anderen Veranstaltungen und Initiativen – aus das Projekt Archiv &amp; Schule angeschoben hat: Geschichte erleben, Wirtschaft verstehen.</p>
<p>Nordrhein-Westfalen ist dabei mit gleich zwei Wirtschaftsarchiven wohl besonders gut aufgestellt. Neben dem in Dortmund gibt es das noch ältere Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsarchiv in Köln. Gegründet 1906 und damit ziemlich genau, als in Hannover das Handels- und Industriemuseum entstand: Mag sein, dass auch nach einem guten halben Jahrhundert der Industrialisierung das Bedürfnis wuchs, die Zeit der Umwälzung zu dokumentieren. Das hannoversche Museum war allerdings kein Archiv, es wurde im 2. Weltkrieg zerstört.</p>
<p>Das Niedersächsische Wirtschaftsarchiv in Wolfenbüttel ist weit jünger als die Institutionen im Westfalen und im Rheinland. Gegründet wurde es 2005, ebenso mit dem Ziel, so etwas wie das Gedächtnis der regionalen Wirtschaft zu sein. Das zu erreichen, wird nicht unbedingt einfacher, wenn auch die Unternehmen immer jünger werden. Deren Lebenserwartung sinkt ständig, erklärte in Hannover Dr. Brage. Bei der Wieden, der Leiter des Archivs. Sie liegt nach seinen Worten heute bei acht bis zehn Jahren.</p>
<p><strong>Übergabe historischer Dokumente an die Müllabfuhr</strong></p>
<p>Material fürs Archiv? Eher Fehlanzeige. „Viel ist es nicht, was von der niedersächsischen Wirtschaft übrig bleibt“, so die Befürchtung von Bei der Wieden. Allerdings wird auch an anderen Orten historisches Material aus der Wirtschaft gesammelt, sagte der Archivleiter und wies auf die Rolle der Stadtarchive hin. Zudem wissen manche Unternehmen gar nicht, was sie noch in den Kellern haben: Karl-Peter Ellerbrock nannte als Beispiel einen Münsteraner Verlag, der erst durch die Zusammenarbeit mit den Archivfachleuten die Bedeutung alter Daguerreotypie erkannte. Beim Aufräumen der Keller kommt es aber immer wieder zu einem Schauspiel, das Hartmut Berghoff als „übliche Tragödie der Übergabe historischer Dokumente an die Müllabfuhr“ beschrieb. Ein Unternehmen, das um die Bedeutung seiner Geschichte weiß, ist VW: Mit zehn Kilometern historischer Akten hat der Konzern allein genauso viel wie das Dortmunder Wirtschaftsarchiv. Daraus werden jährlich rund 10.000 Anfragen aus aller Welt beantwortet, sagte Dr. Dieter Lindenberger bei der hannoverschen Tagung. Er leitet innerhalb der Konzernkommunikation den Bereich Heritage, was sich sowohl mit Kulturgut als auch Erbe übersetzen lässt: wie passend.</p>
<p>Natürlich geht es oft um Auto, Motor und Technik – und damit um VW als Kultmarke. Aber über das Archiv werden auch Fragen beantwortet, die aus dem Unternehmen selbst kommen, zum Beispiel aus der Rechtsabteilung. Ebenso können Landenberger und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Krisenkommunikation unterstützen, wenn es nötig wird. Hinzu kommt etwas, das bei VW inzwischen lange Tradition hat: Erinnerungskultur. Das Gedenken an Auschwitz hat dabei eine besondere Rolle. Seit über 30 Jahren besuchen VW-Auszubildende den Ort des ehemaligen Vernichtungslagers und engagieren sich in Projekten des Internationalen Auschwitz-Komitees, oft gemeinsam mit polnischen Jugendlichen. Und auf dem Werksgelände in Wolfsburg gibt es eine Erinnerungsstätte an die Zwangsarbeit bei VW, die einzige dieser Art, so Lindenberger. Der Konzern hatte diesen Teil seiner Geschichte bereits Mitte der 90er Jahre umfassend untersuchen lassen.</p>
<p><strong>Deutungshoheit gewinnen und sprechfähig sein </strong></p>
<p>Verantwortung für die eigene Geschichte übernehmen: Das betonte auch Dr. Andrea Schneider-Braunberger von der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte. Sie beobachtet auch eine steigende Bereitschaft, genau das auch zu tun. Sprechfähig sein, die Deutungshoheit über die eigene Geschichte gewinnen &#8211; Authentizität und Vertrauen sind dabei die Stichworte. Im Bereich der IHK Hannover haben zum Beispiel die Versicherungsgruppe VGH, der Laborausrüster Sartorius, die Verlagsgesellschaft Madsack und zuletzt Continental ihre Geschichte während des Nationalsozialismus untersuchen lassen, und zur IHK Hannover läuft aktuell ein Promotionsprojekt. Auf jeden Fall gilt, so Schneider-Braunberger: „Professioneller Umgang mit der Geschichte lohnt sich.“ Wobei daraus, das betont sie ebenfalls, auch Konflikte entstehen können. Dazu gehört auch, dass überliefertes, lieb gewonnenes Wissen sich bei genauer Betrachtung als nicht haltbar erweist.</p>
<p>Und die Zukunft der Geschichte in den Archiven? Ist natürlich digital. Achim Korres ist bei der Freudenberg-Gruppe mit Sitz im hessischen Weinheim für das Enterprise Content Management zuständig, was sich nur halbwegs richtig mit Dokumentenmanagement übersetzen lässt. Korres sieht viele Unternehmen in einem sensiblen Übergang in die digitale Welt, denn: „Das Wissen um Registratur und Ablage ist verloren gegangen.“ Explorer-Strukturen statt Leitz-Ordner: Übersicht und Kontext von Dokumenten drohen bei diesem Übergang zu verschwinden. Es geht also darum, den kompletten Prozess &#8211; ein Dokument erstellen, es tatsächlich nutzen, eine Aufbewahrungsfrist festlegen, danach über eine Archivierung entscheiden und einen kleinen Teil dann auch dauerhaft aufzubewahren &#8211; digital abzuwickeln.</p>
<p>Wenn solche Dokumente dann in ein öffentliches Wirtschaftsarchiv übergehen, sind jedenfalls die Schritte nicht mehr erforderlich, die Brage Bei der Wieden in Hannover mit einem ganzen Beutel Bürometall anschaulich machte: Papier, das erhalten bleiben soll, muss zunächst von so etwas vollständig befreit werden.</p>
<p>Spaß macht das eher nicht. Es ist aber nur ein Randaspekt, denn die Beschäftigung mit Geschichte kann ja auch Freude machen. „Jenseits allen Nutzenbezugs“, so Professor Hartmut Berghoff, „ist Geschichte spannend an sich.“ Auch, wenn diese Sicht bei einem Historiker nicht überrascht: Das breite Interesse am Riesenthema Geschichte zeigt, dass das von vielen Menschen jedenfalls in Deutschland ähnlich gesehen wird.</p>
<h6><strong>Schauplätze der Wirtschaftsgeschichte</strong></h6>
<p>Viele spannende Unternehmensgeschichten und eine rege Landschaft mit firmenhistorischen Projekten in Niedersachsen: So sieht es Professor Hartmut Berghoff. Im kommenden Jahr wird die IHK Hannover in loser Folge Veranstaltungen unter dem Titel „Schauplätze der Wirtschaftsgeschichte“ anbieten. Sie haben daran Interesse? Sie kennen einen solchen Schauplatz? Oder suchen Kontakt zu den Referenten der Tagung in Hannover? Nehmen Sie Kontakt auf mit Klaus Pohlmann, IHK Hannover, Tel. 0511 3107-269, <a href="mailto:klaus.pohlmann@hannover.ihk.de">klaus.pohlmann@hannover.ihk.de</a></p>
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