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	<title>Cebit Archive - NW IHK</title>
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		<title>Die Freitags-Kolumne: Wir schweben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[pohlmann.k]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Mar 2019 14:40:26 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>[vc_row][vc_column][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]An diesem Freitag fühlen wir eine Art Schwebezustand. Nicht völlig losgelöst, wie damals Peter Schilling alias Major Tom, aber ein bisschen. Die Print-Ausgabe der Niedersächsischen Wirtschaft ist gerade erschienen, die Planung für die April-Ausgabe wird nächsten Montag konkret. Der Frühling hat einen Vorgeschmack abgeliefert, sich aber wieder davongemacht, was für viele heißt: Warten auf die Sonne – Waiting for the Sun, sang seinerzeit schon Jim Morrison, Seele und Stimme der Rockband The Doors. Schwebezustand auch für Hannovers Top-Fußballclub, irgendwo zwischen Abstiegsnot und Klassenerhaltshoffnung: Sonntag steht ein wegweisendes Spiel an – am Abend wissen wir mehr. An Terry Jacks denken wir dabei heute noch nicht: &#8222;Good bye, my Love, it&#8217;s hard to die, when all the birds are singing in the sky&#8220;, dichtete der in seiner Jaques-Brel-Adaption Seasons in the Sun. Aber ja, 96 hatte sonnige Spielzeiten. Und ‘s ist wieder März geworden (schrieb August Freiherr von Seckendorff ein Jahr nach der März-Revolution von 1848, wiederentdeckt übrigens von der deutschen Folk-Band Zupfgeigenhansel). In Hannover heißt das: Ein Jahr nach der Cebit-Revolution ist die Cebit endgültig Geschichte. Im März keine Computermesse, das war letztes Jahr ungewohnt, in diesem Jahr gibt’s gar keine IT-Messe mehr. Nicht mehr ganz schwebend, aber immer noch mit offenen Geld-Fragen: die Zukunft der Nord/LB. Dazu spielen wir natürlich Money von Pink Floyd. Und dann noch das große Schweben: der Brexit. Da hat man sich ja schon dran gewöhnt, dass man nichts weiß: Oh, England, melancholisierte die Popmusik-Künstlerin Kate Bush auf ihrem 1978-Album Lionheart. Der Brexit bleibt ein merkwürdig schwebender, eigentlich bizarrer Zustand, vielleicht sogar ein paar Monate länger. Das alles (und noch viel mehr – sang Rio Reiser) macht die Frühjahrstage 2019 irgendwie schwerelos, aber nicht unbeschwert. pm</p>
<p><strong>Ursprünglich als Wirtschaftspolitisches Streiflicht, später in einer eigenen Rubrik „Streiflichter“: Glossen begleiten die Niedersächsische Wirtschaft von Anfang an und hatten schon in Vorgänger-Publikationen ihren Platz. An dieser Stelle finden Sie jeden Freitag eine Glosse in dieser Tradition.</strong>[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]</p>
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		<title>Die Hannover Messe rauscht weiter auf der digitalen Welle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[pohlmann.k]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Jan 2019 15:01:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text] Sie boomt, die Hannover Messe: Mehr als 6000 Aussteller werden an den fünf Messetagen von 1. bis zum 5. April auf dem Messegelände erwartet. Zentrale Themen: Datennutzung in der Industrie, der Mobilfunkstandard 5G und Rolle des Menschen in der Fabrik der Zukunft. Die weltweit größte Industriemesse bewegt sich weiter entlang des roten Fadens Industrie  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]</p>
<h5>Sie boomt, die Hannover Messe: Mehr als 6000 Aussteller werden an den fünf Messetagen von 1. bis zum 5. April auf dem Messegelände erwartet. Zentrale Themen: Datennutzung in der Industrie, der Mobilfunkstandard 5G und Rolle des Menschen in der Fabrik der Zukunft.</h5>
<p>Die weltweit größte Industriemesse bewegt sich weiter entlang des roten Fadens Industrie 4.0. Im nunmehr siebten Jahr konzentriert sich die Messe auf die  datengetriebene industrielle Produktion. Ein verflixtes Jahr soll es nicht werden, dafür sorgen mehr als 6000 Aussteller aus 75 Ländern. Diese Zahlen nannte Messechef Dr. Jochen Köckler heute bei der Vorab-Presseveranstaltung in Hannover, und das vor rund 130 internationalen Journalisten.</p>
<p>Das Leitthema der Hannover Messe 2019 – Industrial Intelligence – brachte Köckler so auf den Punkt: Nachdem die Fabrik vernetzt ist, geht es jetzt darum, die Daten, die dabei gesammelt werden, auch zu nutzen: Machine Learning und künstliche Intelligenz, das soll Anfang April einer der Schwerpunkte an den fünf Messetagen sein.</p>
<p>Ein weiterer: der Mobilfunkstandard 5G. In Zusammenarbeit mit Nokia wird es in der Messehalle 16 ein 5G-Testfeld geben. Für die Industrie geht es dabei einerseits insbesondere um die Themen kabellose Vernetzung und Datenübertragung in Echtzeit. Heute sind noch 80 Prozent der Kommunikation in der industriellen Produktion drahtgebunden, sagte Jürgen von Hollen, Chef des dänischen Roboterherstellers Universal Robots A/S, bei der Messevorschau in Hannover. Außerdem gilt 5G als Voraussetzung für das autonome Fahren: Auch das ein Grund für die Messe, die Zukunft des Mobilfunks zum Thema zu machen. In Hannover sieht man sich dabei als Vorreiter: Die Industrieschau soll auch eine Art Kick-off-Veranstaltung für 5G sein, noch bevor der Standard dann vom kommenden Jahr an eingeführt wird.</p>
<p>Das Leitthema Industrial Intelligence soll aber auch die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine im digitalen Zeitalter umfassen. Markige Sätze dazu kamen wiederum von Jürgen von Hollen: An einem Wendepunkt wie derzeit mit rasanten Veränderungen in allen Bereichen – Wirtschaft, Technologie, Gesellschaft, Politik – seien selbst mittelfristige Prognosen unmöglich. Unsicherheit prägt die Lage und fordert schnelle Reaktionen, auch in Unternehmen: Flexibilität entscheidet, und die „kommt nicht vom Roboter“, sagte von Hollen. Der Mensch entscheidet, und der Roboter als Werkzeug sorgt dabei dafür, dass die Spielräume größer werden: Technologie soll Dinge möglich machen, so der Unternehmenschef.</p>
<p>Universal Robots, von Hollens Unternehmen, baut Cobots – Roboter, mit denen Menschen unmittelbar zusammenarbeiten können. Dass diese Zusammenarbeit gefahrlos ist, sieht von Hollen lediglich als unverzichtbare, notwendige Bedingung. Erst die leichte Bedienung ist aber nach seinen Worten der Schlüssel zur Nutzung des Werkzeugs Roboter. Damit liegt er exakt auf der Linie von <a href="https://nw-ihk.de/2019/01/sami-haddadin-hannover-auftakt-2019/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Professor Sami Haddadin, der Anfang Januar beim Auftakt der IHK in Hannover über die Zukunft der Robotik gesprochen hatte</a>. Die Perspektive einer „Lights-out“-Produktion ohne menschliche Arbeit nur mit Maschinen sieht Jürgen von Hollen nicht. Auch Jochen Köckler machte deutlich, dass für ihn der Mensch im Zentrum künftiger industrieller Produktion steht. Die Hannover Messe nimmt dazu den Kongress „Future of Work in Industry“ ins Programm, der erstmals veranstaltet wird. Mit dabei: Der Philosoph und Publizist Richard David Precht.</p>
<p>Das Partnerland Schweden kommt mit rund 100 Ausstellern nach Hannover. Leitmotiv ist der Begriff Co-Lab, was als Kombination der Begriffe Collaboration, also Zusammenarbeit, und Laboratory als Hinweis auf Innovation gemeint sein dürfte. Denn darum geht es den Schweden: Sie wollen sich auf der zentralen Industriemesse bei ihrem wichtigsten Handelspartner als weltoffen und technologieorientiert darstellen. Der schwedische Botschafter in Berlin, Per Anders Thöresson, betonte außerdem den Aspekt Nachhaltigkeit: Der CO2-Fußabdruck eines Servers in seinem Land sei beispielsweise um den Faktor 10.000 kleiner als der des gleichen Servers in Süddeutschland. Ausgeprägt, so Thöresson, sei auch die Nutzung natürlicher Rohstoffe wie insbesondere Holz. Schweden ist das erste nordische und das kleinste Partnerland der Messe bisher, kommt aber unter anderem mit Konzernen wie ABB, SKF, Ericsson der Tetra Pak nach Hannover.</p>
<p>Die Hannover Messe ist in den ungeraden Jahren bislang größer als in den geraden, obwohl sich das durch die Rückkehr der CeMAT im vergangenen Jahr etwas angleicht. An klassischen Industriethemen sind 2019 Oberflächentechnik, Druckluft und Fluidtechnik oder Leichtbaumaterialien vertreten. Starkes Thema außerdem: Energie.</p>
<p>Das Ende der Cebit wirkt sich bei der Hannover Messe kaum aus. Lediglich 40 Aussteller kamen von der Computermesse. Die Messe hat jedoch einigen Cebit-Ausstellern abgesagt, die zwar weiter in Hannover vertreten sein wollten, aber nicht in das Industrieprofil der Messe passten. Jochen Köckler wies aber auch darauf hin, dass der Bereich Digital Factory, vor Jahren als Sonderausstellung gestartet, heute bereits mehr als drei Hallen umfasst. Das zeigt: Die Cebit-Themen sind nach und nach selbstverständlicher Teil anderer Messe geworden. Digitale Technik ist nicht mehr das Thema einer Spezialmesse, sondern allgegenwärtig. Ein Grund für das Ende der Cebit &#8211; und für den aktuellen Boom der Hannover Messe.[/vc_column_text][vc_column_text][/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]</p>
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		<title>Die Freitags-Kolumne: Ein Ende und viele Fragen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[thomes.g]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Nov 2018 09:07:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text][/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Am Ende dieser Woche gibt es noch immer kein anderes Thema als das Ende der Cebit. Sicher, da wären auch noch ein paar andere Dinge, aber irgendwie sind alle novembrig. Zwischen Fußball-Bundesligist Hannover 96 und der Liga gibt es Klärungsbedarf. Bei der Marienburg hat der neue Eigentümer, das Land Niedersachsen, erstmal eine Menge zu tun.  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2018/11/glosse-cebit-aus-hannover/">Die Freitags-Kolumne: Ein Ende und viele Fragen</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text][/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<span style="color: #000000; font-family: Univers; font-size: medium;">Am Ende dieser Woche gibt es noch immer kein anderes Thema als <a href="https://nw-ihk.de/2018/11/cebit-absage/">das Ende der Cebit</a>. Sicher, da wären auch noch ein paar andere Dinge, aber irgendwie sind alle novembrig. Zwischen Fußball-Bundesligist Hannover 96 und der Liga gibt es Klärungsbedarf. Bei der Marienburg hat der neue Eigentümer, das Land Niedersachsen, erstmal eine Menge zu tun. Niedersachsens größte Bank hat zwar ganz positive Zwischenzahlen vorgelegt, aber der Kreis der Interessenten für einen Einstieg und damit die Zahl der Optionen ist zunächst mal kleiner geworden. Unter dem Strich keine sonderlich verheißungsvolle Woche für Hannover. Fußball, Bank, Burg – immerhin ist da alles noch im Fluss. Nur das Aus der Cebit ist endgültig.</span></p>
<p><span style="color: #000000; font-family: Univers; font-size: medium;">Das aber kam krachend und war durch die ganze Republik zu hören. Und wenn früher Besucherrückgang und Bedeutungsverlust der Cebit gerne auch süffisant kommentiert wurden, blieb das diesmal aus. Tatsächlich herrschte Betroffenheit vor: In Deutschland ist es nicht gelungen, die einst wichtigste Veranstaltung der Digitalisierung in ihrer Bedeutung zu erhalten. Nein, sie überhaupt zu erhalten.</span></p>
<p><span style="color: #000000; font-family: Univers; font-size: medium;">Tatsächlich hat das Cebit-Ende unglaublich viele Facetten. Hat sich die Messe nicht schnell genug angepasst? Das ist leicht gesagt, wenn man nur den Vorwurf in den Raum stellt, ohne zu sagen, wie das hätte aussehen sollen. Und: Das Aus für die Cebit kam nur kurze Zeit nach dem Rückschlag für die der großen amerikanischen Digitalkonzerne an den Aktienmärkten. Digitalisierung ist kein Selbstläufer (mehr), auch nicht für die US-Riesen. Vielleicht ist es das, was die Betroffenheit auslöst: Die Digitalisierung hat unglaubliche Erfolgsgeschichten geschrieben, aber sie hat auch die Kraft, alles wieder zu Fall zu bringen. Nichts ist sicher. Es ist eben nicht mehr so, dass man Fachwissen braucht, um digital mitzumischen. Die Generation, die sich vor 15 oder 20 Jahren zu alt für die Cebit und den ganzen Computerkram fühlte, ist heute per Smartphone selbstverständlich digital unterwegs. Nur als Beispiel. Gab es nicht auch die Perspektive, dass das ganze häusliche Entertainment über den PC laufen würde? Heute findet sich ein Stückchen PC in jedem neuem Fernseher, aber es ist ein Fernseher geblieben und kein Computer geworden.</span></p>
<p><span style="color: #000000; font-family: Univers; font-size: medium;">Das gilt für alle anderen Bereiche auch. Die Digitalisierung ist omnipräsent und selbstverständlich, in Autos, Büros und in Fabriken. Und was neu ist, wird bei Autosalons gezeigt oder, im Fall der Industrie, auf der Hannover Messe. Auch die hat der Cebit ja Konkurrenz gemacht, es gab zunehmend Überschneidungen, und die passenden Cebit-Bereiche will die Deutsche Messe AG ja bei der Industrieausstellung weiterführen. Nur die Bürospezialmesse gibt es nicht, das war die Cebit, das Centrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation. Das, was die Cebit groß gemacht hat, brachte sie jetzt zu Fall: Die Digitalisierung, die digitale Revolution, frisst ihre Kinder. </span></p>
<p><span style="color: #000000; font-family: Univers; font-size: medium;">Damit erlischt ein digitaler Leuchtturm in Deutschland. Nixdorf hatte es nicht weit aus Paderborn zur Cebit. Es gibt auch Leute, die noch mit Siemens-Handys telefonieren. Aber noch stärker kratzt das Cebit-Aus am Standort Hannover. Und das in einer Woche, die ohnehin nicht gut lief.</span>[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2018/11/glosse-cebit-aus-hannover/">Die Freitags-Kolumne: Ein Ende und viele Fragen</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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		<title>Aus für die Cebit: Die Digitalisierung frisst ihre Kinder</title>
		<link>https://archiv.nw-ihk.de/2018/11/cebit-absage/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pohlmann.k]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Nov 2018 13:36:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dicht Dran]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text] Die Deutsche Messe AG hat das Aus für die Cebit bekannt gegeben. Die einstmals größte Computermesse der Welt wird eingestellt und bereits 2019 nicht mehr stattfinden. Die Cebit hat den Höhenflug der Branche begleitet und ist damit groß geworden. Jetzt ist die Digitalisierung allgegenwärtig und selbstverständlicher Teil des Alltags in jeder Hinsicht. Entsprechend werden  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2018/11/cebit-absage/">Aus für die Cebit: Die Digitalisierung frisst ihre Kinder</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]</p>
<h5>Die Deutsche Messe AG hat das Aus für die Cebit bekannt gegeben. Die einstmals größte Computermesse der Welt wird eingestellt und bereits 2019 nicht mehr stattfinden. Die Cebit hat den Höhenflug der Branche begleitet und ist damit groß geworden. Jetzt ist die Digitalisierung allgegenwärtig und selbstverständlicher Teil des Alltags in jeder Hinsicht. Entsprechend werden die Digitalthemen der Cebit in der Hannover Messe weitergeführt.</h5>
<p>[/vc_column_text][vc_column_text]Sie haben alles versucht. Die, wie heute bekannt wurde, letzte Cebit im Juni dieses Jahres brachte nochmal einen völlig neuen Ansatz, gegenüber dem bisherigen so disruptiv wie die Digitalisierung selbst: Nicht mehr nur als klassische Ausstellung plus Konferenzprogramm, sondern mit Unterhaltung und Show sollte die Cebit ihre Branche nach Hannover holen &#8211; flexibel zwischen Job und Freizeit pendelnd, hoch motiviert und kreativ arbeitend, einfach, weil man Spaß dabei hat, so stellten sich die Messemacher ihre Besucher vor. Die Cebit darf auch Spaß machen, schrieb eine große Computerzeitschrift. Als Ort, wo sich die Digitalisierung feiert. Bei der Eröffnung der Cebit in diesem Sommer hatte Wirtschaftsminister Peter Altmaier noch für die IT-Messe geworben: Sie sei ein Geschenk, das es zu bewahren und auszubauen gelte.</p>
<p>Am 28. November 2018 stand dann aber Historisches fest: Die Cebit wird das nächste Jahr nicht mehr erleben, es gibt keine zweite Veranstaltung in dieser neuen Form. Die zuletzt veröffentlichten Pläne – ein etwas geänderter Zuschnitt des Ausstellungskonzepts, vor allem aber wieder fünf volle Ausstellungstage nach lediglich dreieinhalb in diesem Jahr – sind Makulatur. Cebit-Chef und Messevorstand Oliver Frese, der sich beim Neuauftritt weit aus dem Fenster gelehnt hatte, muss Ende des Jahres gehen. <a href="https://nw-ihk.de/2018/07/cebit-2018-revue-2/">„Ein großes Schritt ins Neuland“, titelte die Niedersächsische Wirtschaft noch im Juli</a> nach der Premiere. Jetzt ist klar: Es war der letzte Schritt ins Niemandsland.</p>
<p>Nochmal die Fakten. In diesem Sommer kamen 120.000 Besucher. Davon waren aber nach Presseberichten vor einigen Wochen noch deutlich weniger in den Messehallten. 2800 Aussteller kamen nach Hannover. Weit entfernt von den legendären Höchstständen mit 800.000 Besuchern oder rund 8000 Ausstellern: Diese Zahlen, vor allem ausgelöst durch die Boomphase des PCs, als die neue Technik längst nicht mehr allein für Unternehmen, sondern auch für Privatleute interessant war, erwiesen sich als ständige Hypothek für die Cebit und ihre Macher. Sie konnten noch so oft betonen, dass es um solche Rekorde nicht geht, sondern um die Zufriedenheit von Besuchern und Ausstellern &#8211; in der Öffentlichkeit stand immer der Vergleich mit den Rekorden an erster Stelle. Dabei hatte die Messe in den Spitzenjahren mit der letztlich gescheiterten Cebit Home sogar versucht, die Besucherströme anders zu verteilen.</p>
<p>Das neue Konzept mit Showbühne unter dem Wahrzeichen eines Riesenrads stieß zwar auf viel Sympathie. Aber nach Medienberichten lag der Buchungsstand für 2019 bei einem Drittel gegenüber dem Vergleichszeitpunkt 2017. An dieser Stelle zog dann die Messe die Reißleine.</p>
<p>Frappierend ist aber doch, dass genau das, was die Cebit in ihren Spitzenzeiten zur größten und weltweit wichtigsten IT-Messe machte, auf der sich die Größten der Branche und Spitzenpolitiker aus aller Welt die Klinke in den Hand gaben, jetzt ihr Ende besiegelt: die Digitalisierung. Computer und Telekommunikation – das war einmal etwas für Spezialisten. Für die, denen schon die Einführung von Windows suspekt war, weil das technische Verständnis für den PC gleichzeitig mit dem Abschied von der DOS-Oberfläche verlorenging. Heute versteht jeder digitale Technik, und das meist intuitiv, soweit sie im Beruf oder im Privaten genutzt wird. Unter dieser dünnen Oberfläche beschäftigen sich im Wesentlichen Spezialisten damit. Aber wichtiger noch: Heute überrollt die Digitalisierung alles, sie ist omnipräsent, Teil nahezu jeder gesellschaftlichen Entwicklung und spiegelt sich damit nicht mehr in einer einzigen, darauf konzentrierten Messe wider. Auch Ministerpräsident Stephan Weil &#8211; dem Land Niedersachen gehört neben der Stadt Hannover die Deutsche Messe AG &#8211; betonte in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, der digitale Wandel finde inzwischen überall statt, auch auf allen anderen Messen. Vor einigen Jahren brachte Bundeskanzlerin Angela Merkel offenbar eher unabsichtlich ins Gespräch, die Cebit und die Hannover Messe wieder zusammenzuführen. Damals für die Messe überhaupt kein Thema. Mit der heutigen Entscheidung ist aber sehr wohl verbunden, die industrienahen Digitalthemen der Cebit in der Hannover Messe (aus der die Computerschau 1986 als eigenständige Veranstaltung hervorging) weiterzuführen. Für die übrigen Themenfelder der Cebit sollen, wie es heißt „inhaltlich spitze Fachveranstaltungen“ entwickelt werden, die sich gezielt an Entscheider ausgewählter Branchen richten.</p>
<p>Schade allerdings, dass damit eine Rolle, die der Cebit zugedacht war, zunächst jedenfalls nicht fortgeschrieben wird: Die nämlich als zentrale Plattform, auf der die Digitalisierung und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen diskutiert werden.[/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;5237&#8243; img_size=&#8220;large&#8220; add_caption=&#8220;yes&#8220; alignment=&#8220;center&#8220; style=&#8220;vc_box_rounded&#8220; onclick=&#8220;img_link_large&#8220; img_link_target=&#8220;_blank&#8220;][vc_column_text][/vc_column_text][vc_column_text][/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Das Ende kommt als eigenständige Messe kommt für die Cebit nach 32 Jahre. 1986 hatten die Messevorstände Klaus E. Goehrmann und Hubert Lange gewagt, die werdende Computerschau aus dem Verbund der Industriemesse herauszulösen. Den Namen Cebit &#8211; eine Abkürzung, die neben Centrum in verschiedenen Zusammenstellung die Begriffe Büro, Informationstechnik und Telekommunikation umfasste &#8211; gibt es aber schon seit 1970. Damals standen Büromöbel oder Schreibmaschinen im Mittelpunkt. Die letzten Aussteller, die diesem traditionellen Bereich angehörten, verließen die Messe erst in den 90er Jahren. Damals brauchte man den Platz längst für andere Themen: Computer, Drucker und sonstige Peripheriegeräte (wie man früher sagte), Handys und Smartphone, später immer mehr Software und Dienstleistungen. Die eigenständige Cebit fand immer rund einen Monat vor ihrer Mutter, der heutigen Hannover Messe statt. Und zeitweise war sie auch größer &#8211; sowohl was die Zahlen, als auch was die Wahrnehmung angeht.</p>
<p>Nicht nur, dass die Eröffnung immer Sache des Bundeskanzlers oder der Bundeskanzlerin war: Als Eröffnungsprecher legendär wurde zum Beispiel Scott McNealy, damals Chef von Sun Microsystems, der nicht nur über die Krawattenträger beim Cebit-Auftakt spöttelte, sondern auch über weit verbreitete PC-Software aus Redmond/Washington. Steve Ballmer, seinerzeit Chef von Microsoft, war dann später in Hannover, ebenso wie die einstige HP-Chefin Carly Fiorina oder Ron Sommer. In diesem Jahr kam Ginni Rometti, die Frau an der Spitze von IBM &#8211; ein Unternehmen, das die Cebit über viele Jahr mit geprägt hat. Doch das sind alles Auftritte von gestern &#8211; wie die Cebit auch.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2018/11/cebit-absage/">Aus für die Cebit: Die Digitalisierung frisst ihre Kinder</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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