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	<title>Anne Sipiläinen Archive - NW IHK</title>
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		<title>Finnlands Hang zur Digitalisierung: Botschafterin Anne Sipiläinen im Interview</title>
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		<dc:creator><![CDATA[pohlmann.k]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Apr 2021 07:41:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>In diesem Frühjahr berichteten Experten aus Finnland im Rahmen einer viruellen Veranstaltung des in Hannover ansässigen Skandinavischen Wirtschaftsvereins über den Stand der digitalen Gesundheitswirtschaft in Finnland. Und der ist beeindruckend! Das Grußwort der Veranstaltung kam von der finnischen Botschafterin in Berlin: Grund genug, bei Anne Sipiläinen noch einmal nachzufragen.   Frau Sipiläinen, seit über 20  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2021/04/finnland-botschafterin-interview/">Finnlands Hang zur Digitalisierung: Botschafterin Anne Sipiläinen im Interview</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5><strong>In diesem Frühjahr berichteten Experten aus Finnland im Rahmen einer viruellen Veranstaltung des in Hannover ansässigen Skandinavischen Wirtschaftsvereins über den Stand der digitalen Gesundheitswirtschaft in Finnland. Und der ist beeindruckend! Das Grußwort der Veranstaltung kam von der finnischen Botschafterin in Berlin: Grund genug, bei Anne Sipiläinen noch einmal nachzufragen.</strong></h5>
<p>&nbsp;</p>
<p class="IHK-ReInterviewFrageIHK-Re170424"><span style="letter-spacing: -.05pt;"><strong>Frau Sipiläinen, seit über 20 Jahren gibt es in Finnland schon die digitale Patientenakte, vernetzt mit anderen Behörden und Einrichtungen. Die Daten stehen zum Beispiel anonymisiert zu Forschungszwecken zur Verfügung. Sorgen Sie sich darum, was mit Ihren sehr persönlichen Informationen passiert?</strong> </span></p>
<p class="IHK-ReFlietextohneEinzugIHK-Re170424"><span style="letter-spacing: -.05pt;">Neue Technologien und digitale Dienste sind wichtige Instrumente zur Verbesserung des Zugangs zu qualitativ hochwertigen Dienstleistungen für die Bürger. Erfolgreiche digitale Dienste und Systeme erfordern eine unterstützende Infrastruktur. Aus diesem Grund baut Finnland ein Ökosystem für Innovationen für Gesundheit und Wohlbefinden auf. Der öffentliche Sektor spielt hierbei eine entscheidende Rolle, insbesondere indem er die notwendigen Rechtsvorschriften und den Zugang zu Datenbeständen im Bereich der öffentlichen Gesundheit ermöglicht.</span></p>
<p class="IHK-ReFlietextohneEinzugIHK-Re170424"><span style="letter-spacing: -.05pt;">Finnland ist die rechtlichen und ethischen Fragen proaktiv angegangen, um eine verantwortungsvolle Entwicklung voranzutreiben. Alle medizinischen Unterlagen in Finnland sind in elektronischem Format und digital zugänglich. Sie liefern reale Daten, mit denen Ideen in konkrete Lösungen umgesetzt werden können. </span></p>
<p class="IHK-ReFlietextohneEinzugIHK-Re170424"><span style="letter-spacing: -.05pt;">Im Jahr 2019 haben wir ein Gesetz über die sekundäre Nutzung von Gesundheits- und Sozialdaten verabschiedet. Dieses Gesetz garantiert einen sicheren Zugang zu Behörden, Instituten und Unternehmen, damit diese die Daten für Forschung, Entwicklung und Innovationen sowie für Aufgaben in den Bereichen Bildung und Wissensmanagement nutzen können.</span></p>
<p class="IHK-ReFlietextohneEinzugIHK-Re170424"><span style="letter-spacing: -.05pt;">Auf der Grundlage dieses Gesetzes haben wir auch einen nationalen One-Stop-Shop für die Daten eingerichtet. Diese nationale Datengenehmigungsbehörde heißt Findata und erteilt Berechtigungen für die verschiedenen Datenregister.</span></p>
<p class="IHK-ReFlietextohneEinzugIHK-Re170424"><span style="letter-spacing: -.05pt;">Das Biobank-Gesetz ermöglicht eine schnellere Wirkstoffentdeckung und klinische Studien, indem Zugang zu Daten und Proben gewährt wird. Das Gesetz über die sekundäre Nutzung von Gesundheits- und Sozialdaten gewährt einen verbesserten Zugang zu Daten und schützt gleichzeitig die persönlichen Daten der Patienten.</span></p>
<p class="IHK-ReFlietextohneEinzugIHK-Re170424"><span style="letter-spacing: -.05pt;">Wir müssen uns der neuen regulatorischen Anforderungen bewusst sein, die durch die fortschreitende digitale Transformation im Gesundheits- und Pflegebereich entstehen, insbesondere durch den zunehmenden Einsatz von Datenanalyse und künstlicher Intelligenz. Vertrauen ist ein Schlüsselelement in der Gesellschaft und es gilt, dieses Vertrauen zu schützen. </span></p>
<p class="IHK-ReFlietextohneEinzugIHK-Re170424"><span style="letter-spacing: -.05pt;">Ich glaube, dass das transparente Vorgehen der Behörden und die traditionell guten digitalen Fähigkeiten der Bevölkerung Gründe dafür sind, dass Finnen ein großes Vertrauen in die Datensicherheit und -nutzung haben. Die Daten sind schon seit Jahren online. </span></p>
<p class="IHK-ReFlietextohneEinzugIHK-Re170424"><span style="letter-spacing: -.05pt;">Die Anbieter von Sozial- und Gesundheitsdiensten stellen durch Selbstkontrolle des Datenschut-zes und der Datensicherheit eine sachgemäße Datensicherheitspraxis sicher, zum Beispiel durch eine Überwachung der Protokolle. Durch eine Zertifizierung wird sichergestellt, dass die eingesetzten Informationssysteme seitens der Systemlieferanten die Sicherheitsanforderungen erfüllen. Auch der Zugang zu den eigenen Daten ist wichtig. Natürlich gibt es Risiken, aber Risi-ken gibt es auch mit Gesundheitsdaten, die nicht online sind. Niemand will, dass seine Daten – und besonders die Gesundheitsdaten – in falsche Hände fallen, auch die Finnen nicht.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="IHK-ReInterviewFrageIHK-Re170424"><strong><span style="letter-spacing: -.05pt;">Die Finnen sind neuer Technologie gegenüber sehr aufgeschlossen. Woran liegt das? </span></strong></p>
<p class="IHK-ReFlietextohneEinzugIHK-Re170424"><span style="letter-spacing: -.05pt;">Finnland ist in Europa führend bei der Nutzung neuer Technologien. Wir haben lange in die Ausbildung von Experten sowie in Forschung und Entwicklung, die digitale Infrastruktur und die Förderung von Innovationen auf diesem Gebiet investiert. Der Anteil der digitalen Technologie am Bruttoinlandsprodukt unseres Landes ist sehr hoch und zum Beispiel beim Einsatz künstlicher Intelligenz sind wir vielen europäischen Ländern voraus. Health Tech ist derzeit unser am schnellsten wachsendes High-Tech-Exportsegment. Viele der Innovationen in Finnland nutzen künstliche Intelligenz, 3D und XR, also Extended Reality, und finnische Start-ups dieser Branche gehören zu den attraktivsten Investitionszielen für Risikokapitalgeber.</span></p>
<p class="IHK-ReFlietextohneEinzugIHK-Re170424"><span style="letter-spacing: -.05pt;">Die Finnen sind traditionell offen für die Einführung neuer Technologien. Neue Technologien – seit den ersten NMT-Handys von Nokia – haben trotz unseres abgelegenen Standortes, der großen Entfernungen und der geringen Bevölkerungsdichte in unserem Land vieles möglich gemacht. In den neunziger Jahren erließen öffentliche Entscheidungsträger Regeln zur Förderung der Digitalisierung, zugleich priorisierten Bildungseinrichtungen die Vermittlung von Fähigkeiten, die für ein globales digitales Unternehmen erforderlich sind.</span></p>
<p class="IHK-ReFlietextohneEinzugIHK-Re170424"><span style="letter-spacing: -.05pt;">Im vergangenen Jahr stand Finnland zum dritten Mal in Folge an der Spitze des DESI-Indexes zur Messung des Digitalisierungsgrades und war damit das am stärksten digitalisierte Land in Europa: 76 Prozent der Finnen verfügten über grundlegende oder gute digitale Fähigkeiten. Im Vergleich der EU-Durchschnitt: 58 Prozent.</span></p>
<p class="IHK-ReFlietextohneEinzugIHK-Re170424"><span style="letter-spacing: -.05pt;">Auch der finnische öffentliche Sektor setzte frühzeitig auf neue digitale Technologien. Finnland hat beispielsweise das AI-Programm Aurora implementiert, das maschinelles Lernen zur Verbesserung der öffentlichen Dienste einsetzt. Die öffentlichen Dienste Finnlands sind und werden weitgehend digital, wobei die Bürger nicht gezwungen sind, digitale Kanäle zu nutzen. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="IHK-ReInterviewFrageIHK-Re170424"><span style="letter-spacing: -.05pt;"><strong>Die Offenheit der Menschen ist ja nur ein Baustein für Innovation, ein anderer wichtiger sind die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Wie ist Finnland hier aufgestellt, wo sehen Sie Unterschiede zu Deutschland?</strong> </span></p>
<p class="IHK-ReFlietextohneEinzugIHK-Re170424"><span style="letter-spacing: -.05pt;">Finnland fördert schon seit Langem die Bereiche Bildung, Forschung und Entwicklung sowie Entwicklung des Innovationsystems besonders intensiv. Wir haben schon früh erkannt, dass Finnland als ein kleines Land am Rande Europas nur dann Erfolg haben kann, wenn es die Kompetenzen seiner Bürgerinnen und Bürger voll ausschöpft und dazu fähig ist, durch Innovationen etwas Neues zu schaffen. Beispielsweise unsere Wirtschaftsförderungsorganisation Business Finland, die Innovationsfinanzierung, Exportförderung und Tourismusförderung unter einen Hut bringt, ist international fast ohne Vergleich. </span></p>
<p class="IHK-ReFlietextohneEinzugIHK-Re170424"><span style="letter-spacing: -.05pt;">Finnland wurde schon oft zu einem der innovativsten Länder der Welt gekürt, zum Beispiel im Bloomberg Innovation Index 2019. Das ist teilweise schon auf die hohe Qualität der Bildung zurückzuführen – liegt doch Finnland bei den PISA-Studien Jahr für Jahr weit vorn. Auch bei den internationalen PCT-Patentanmeldungen &#8211; Global Innovation Index 2019 &#8211; rangiert Finnland an der Spitze; als eine Stärke Finnlands wird oft vor allem die enge Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen und der Industrie hervorgehoben; und in den letzten Jahren hat sich Finnland zu einer europäischen Wiege für Start-ups entwickelt. In Bezug auf den Zugang von Unternehmen zu Risikokapital steht Finnland nach den Vereinigten Staaten und Israel an zweiter Stelle: Obwohl die Wirtschaft unter der Coronakrise gelitten hat, haben die Fonds für Wachstumsunternehmen gleichzeitig neue Rekorde aufgestellt. </span></p>
<p class="IHK-ReFlietextohneEinzugIHK-Re170424"><span style="letter-spacing: -.05pt;">Obwohl es bei den Investitionen in Forschung und Entwicklung im Vergleich zu den Boomjahren einen gewissen Rückgang gegeben hat, gehören die Forschungs- und Entwicklungsausgaben Finnlands nach wie vor zu den größten in Europa, zurzeit 2,7 Prozent des BIP. Das Ziel der Re-gierung ist es, die Ausgaben für Forschung, Entwicklung und Innovation bis 2030 auf 4 Prozent des BIP anzuheben. </span></p>
<p class="IHK-ReFlietextohneEinzugIHK-Re170424"><span style="letter-spacing: -.05pt;">Finnlands Stärken im Vergleich zu Deutschland sind der gute Zugang von Start-ups zu Risikokapital; Aufgeschlossenheit der Bürgerinnen und Bürger für neue Innovationen und Technologien; die weit vorangeschrittene Digitalisierung und das damit verbundene Know-how sowie das hohe Niveau der Bildung. </span></p>
<p><a href="https://nw-ihk.de/2021/04/finnland-botschafterin-interview-2/"><strong><span style="color: #ff6600;">Lesen Sie hier den zweiten Teil des NW-Interviews mit Anne Sipiläinen.</span></strong></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2021/04/finnland-botschafterin-interview/">Finnlands Hang zur Digitalisierung: Botschafterin Anne Sipiläinen im Interview</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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		<title>Gegenseitige Ergänzung: Finnlands Botschafterin im NW-Interview (2)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[pohlmann.k]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Apr 2021 07:33:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Finnland und Deutschland haben jeweils Stärken, die gut zueinander passen.  Darauf weist Botschafterin bei Anne Sipiläinen im zweiten Teil des NW-Interviews hin.   Frau Sipiläinen, in welchen Bereichen können sich Finnen und Deutsche gut ergänzen? Finnland und Deutschland arbeiten traditionell eng zusammen. Schon seit 2014 ist Deutschland unser wichtigster Handelspartner. So haben sich unsere Wirtschaften  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2021/04/finnland-botschafterin-interview-2/">Gegenseitige Ergänzung: Finnlands Botschafterin im NW-Interview (2)</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5><strong>Finnland und Deutschland haben jeweils Stärken, die gut zueinander passen.  Darauf weist Botschafterin bei Anne Sipiläinen im zweiten Teil des NW-Interviews hin. </strong></h5>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="letter-spacing: -.05pt;"><strong>Frau Sipiläinen, i</strong></span><span style="letter-spacing: -.05pt;"><strong>n welchen Bereichen können sich Finnen und Deutsche gut ergänzen?</strong> </span></p>
<p>Finnland und Deutschland arbeiten traditionell eng zusammen. Schon seit 2014 ist Deutschland unser wichtigster Handelspartner. So haben sich unsere Wirtschaften dahingehend entwickelt, dass sie sich gegenseitig ergänzen. Vor allem Maschinen, Kraftfahrzeuge, Holz- und Papierprodukte sowie Metallerzeugnisse stehen im Mittelpunkt unserer Handelsbeziehungen. Finnland exportiert nach Deutschland auch viele Zwischenprodukte, die in Deutschland zum Teil für andere Länder weiterverarbeitet werden. Auch neue, interessante Branchen sind im Kommen: Beispielsweise steigt auf dem deutschen Markt die Nachfrage im Nahrungsmittelsektor und im Gesundheitstechnologiesektor.</p>
<p>Während der Coronakrise hat sich herausgestellt, dass die Stärken Finnlands auf dem deutschen Markt vor allem im Bereich des digitalen und des grünen Wandels liegen. Die Energiewende Deutschlands mit Atom- und Kohleausstieg verlangt energieeffizientere und umweltfreundli-chere Lösungen: von Wasserstoff- und Batterietechnologie über Intelligente Netze bis hin zum Reservestrom. Auch auf EU-Ebene arbeiten Finnland und Deutschland bei wichtigen Energieprojekten von gemeinsamem europäischem Interesse zusammen. Deutschland hat bei der Digitalisierung der Industrie große Fortschritte gemacht: Industrie 4.0; Finnland wiederum verfügt über Know-how in den Bereichen 5G/6G-Technologien, Quantentechnologien sowie Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung, von Schulen oder beispielsweise von Krankenhäusern. Ein gutes Beispiel für einen vielversprechenden Zusammenarbeitsbereich ist die Automobilindustrie, die den Grundstein der deutschen Wirtschaft bildet: Der Digitalisierungsdruck der Branche ist groß, und Finnland kann vor allem in den Bereichen Datenübertragung, Datensicherheit und drahtlose Datenübertragung sein Know-how anbieten.</p>
<p class="IHK-ReInterviewFrageIHK-Re170424"><span style="letter-spacing: -.05pt;"> </span></p>
<p class="IHK-ReInterviewFrageIHK-Re170424"><strong><span style="letter-spacing: -.05pt;">Zum Abschluss: Corona hat Finnland nicht so fest im Griff wie viele andere Länder, der Inzidenzwert lag immer deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. Auch die Wirtschaft ist weniger betroffen gewesen. Was tun Sie jetzt für die Unternehmen? Gibt es einen Exit-Plan aus der Pandemie?</span></strong></p>
<p>Dank der guten Vorsorge und der Resilienz des Gesundheitswesens hat Finnland die Coronakrise lange Zeit besser als viele andere EU-Länder gemeistert. Ein absoluter Lockdown konnte in Finnland bis jetzt vermieden werden. Leider steigen die Infektionszahlen derzeit auch in Finnland, weshalb die Regierung des Landes am 1. März den Ausnahmezustand verhängt und neue Einschränkungen beschlossen hat.</p>
<p>Laut vorläufigen Angaben ist die Wirtschaftsleistung Finnlands letztes Jahr in Folge der Coronakrise um 2,9 Prozent zurückgegangen. Für dieses Jahr erwartet die Regierung ein Wachstum von 2,5 Prozent. Vor allem unser Außenhandel hat unter der Krise gelitten: Er ist im Vorjahr um mehr als zehn Prozent geschrumpft.</p>
<p>Der Anteil der staatlichen Beihilfen für Unternehmen ist auf rund zehn Prozent des BIP gestiegen. Bevorzugt unterstützt worden sind Entwicklungsmaßnahmen von Unternehmen, da die Krise nicht von heute auf morgen vorbei sein wird. Ziel war es, den Unternehmen zu helfen, die schwierige Zeit zu überwinden und stärker aus der Krise herauszukommen. Bei den staatlichen Corona-Hilfen handelt es sich hauptsächlich um Kostenunterstützung für Unternehmen, deren Umsatz aufgrund der Pandemie beträchtlich eingebrochen ist. Weitere Unterstützungsformen sind staat¬liche Bürgschaften und Finanzierungsprogramme der staatlichen Investmentgesell-schaft. Gemeinsam mit den Sozialpartnerorganisationen wurde ein Beschäftigungspaket entwickelt, das das Funktionieren des Arbeitsmarktes verbessern soll. Darüber hinaus hat Finnland viele der gleichen Instrumente wie Deutschland eingesetzt: beispielsweise eine zeitlich befristete Änderung des Insolvenzgesetzes, Unterstützung der Gastronomiebranche sowie Corona-Hilfen für Soloselbständige.</p>
<p>Die vom finnischen Finanzministerium geleitete Arbeitsgruppe für Exit-Strategie und Wiederaufbau hat letzten Juni den zweiten Teil ihres Berichts an die Regierung übergeben. Der Bericht befasst sich mit den kurz- und langfristigen Auswirkungen der Coronakrise auf die Gesellschaft, und in ihm wird auch ein Plan für eine Strategie für Folgenbewältigung und Wiederaufbaustrategie entworfen. Ziel der Folgenbewältigung, die nach der akuten Krisenphase erfolgen soll, ist es, die Gesellschaft bei ihrer Erholung zu unterstützen, Langzeitfolgen vorzubeugen und Vertrauen zu stärken. Auch der Wiederbelebung der Wirtschaft nach der Coronakrise soll die Folgenbewältigung dienen.</p>
<p><a href="https://nw-ihk.de/2021/04/finnland-botschafterin-interview/"><span style="color: #ff6600;"><strong>Hier geht es zum ersten Teil des NW-Interviews im Anne Sipiläinen.</strong></span></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2021/04/finnland-botschafterin-interview-2/">Gegenseitige Ergänzung: Finnlands Botschafterin im NW-Interview (2)</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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