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	<title>1923 Archive - NW IHK</title>
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		<title>Doppelkopf: Stefan Herzlieb &#038; Vincent Weidig, Rossgoschen</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Sep 2023 16:13:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Diesmal in der Rubrik „Doppelkopf“: Stefan Herzlieb &amp; Vincent Weidig GbR (Rossgoschen Spirituosen Manufaktur), Isernhagen Wir sind … immer noch manchmal überrascht, dass wir vor acht Jahren unser Hobby zum Beruf machen konnten. Heute destillieren wir weltweit ausgezeichnete Destillate im wunderschönen Isernhagen und leben unsere Kreativität vor allem bei individuellen Kundenaufträgen jeden Tag aufs Neue  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2023/09/koepfe-kurz-rossgoschen-spirituosen/">Doppelkopf: Stefan Herzlieb &#038; Vincent Weidig, Rossgoschen</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Diesmal in der Rubrik „Doppelkopf“: Stefan Herzlieb &amp; Vincent Weidig GbR (Rossgoschen Spirituosen Manufaktur), Isernhagen</strong></p>
<p><strong>Wir sind …</strong> immer noch manchmal überrascht, dass wir vor acht Jahren unser Hobby zum Beruf machen konnten. Heute destillieren wir weltweit ausgezeichnete Destillate im wunderschönen Isernhagen und leben unsere Kreativität vor allem bei individuellen Kundenaufträgen jeden Tag aufs Neue aus.</p>
<p><strong>Als Chefs …</strong> sehen wir uns am Ende des Tages nicht, sondern sind stolz und dankbar, ein so großartiges Team zu haben, mit dem wir gemeinsam die herausfordernden Aufgaben mit viel Herzblut meistern.</p>
<p><strong>Als digitale Vordenker … </strong>sind wir gerne experimentell und lassen uns an der einen oder anderen Stelle helfen.</p>
<p><strong>Als Fans … </strong>des Handballsports gucken wir uns oft gemeinsam Spiele an und fiebern mit so ziemlich jeder hannoverschen Mannschaft mit. Mit den Recken in der 1. Liga und dem Tus Vinnhorst in der 2. Liga haben wir zwei erfolgreiche und unglaublich sympathische Mannschaften in Hannover, mit denen wir gerne zusammenarbeiten.</p>
<p><strong>Als Politiker …</strong> würden wir lieber gestern als morgen für Klarheit bezüglich der befristeten Mehrwertsteuersatz-Senkung für Gastronomien sorgen. Inflation, Personalsorgen und hohe Energiepreise sorgen schon genug für Unsicherheit in der Branche, da braucht es nun zeitnah eine Entscheidung, um Planungssicherheit herzustellen.</p>
<p><strong>Als Kinder …</strong> hatten wir ein glückliches und unbeschwertes Leben, heute tragen wir Verantwortung, nicht nur für uns selbst. Für unseren teilweise doch recht kreativen Beruf versuchen wir uns aber mental immer wieder ganz unbeschwert und unvoreingenommen auf jedes neue Projekt einzulassen, und dann kommt das Glück mit einem tollen Ergebnis von ganz alleine.</p>
<p><strong>Als Letztes …</strong> wird immer die Schrumpfkapsel auf dem Korken verschweißt. Ein unspektakulärer, aber nötiger letzter Arbeitsschritt, nach vielen spannenden Handgriffen in der Produktion.</p>
<p><strong>Die mutige Frage: Was war Ihr experimentellster Cocktail ever?<br />
</strong>Bei Cocktails sind wir weniger experimentierfreudig, aber was die Zusammensetzung unserer Botanicals angeht, kennen wir keine Grenzen! Am herausforderndsten war sicherlich der Auftrag für einen Gin, der klassisch funktionieren sollte und folgende<br />
Zutaten enthalten musste: Hopfen, Honig, Dinkel und Hanf!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://archiv.nw-ihk.de/?s=k%C3%B6pfe">Weitere Beiträge aus der Rubrik &#8222;Köpfe kurz &amp; knapp&#8220;</a></p>
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		<title>Köpfe kurz &#038; knapp: Chr. Huke, J. Kunzmann; Spedition Sommer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[doermer.b]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jun 2023 12:22:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Diesmal in der Rubrik „Köpfe kurz &amp; knapp“: Christian Huke und Janik Kunzmann; Geschäftsführer der Spedition Sommer GmbH, Gieboldehausen Wir sind … geschäftsführender Gesellschafter und Geschäftsführer der Spedition Sommer. Das Unternehmen wurde im Jahr 1923 gegründet und ist heute mit 60 Sattelzügen in ganz Deutschland unterwegs. Als Chefs … versuchen wir, Neuerungen zugunsten der Mitarbeitenden  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2023/06/koepfe-kurz-knapp-christian-huke-janik-kunzmann-spedition-sommmer/">Köpfe kurz &#038; knapp: Chr. Huke, J. Kunzmann; Spedition Sommer</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Diesmal in der Rubrik „Köpfe kurz &amp; knapp“: Christian Huke und Janik Kunzmann; Geschäftsführer der <a href="https://spedition-sommer.de/index.php/home.html">Spedition Sommer GmbH</a>, Gieboldehausen</strong></p>
<p><strong>Wir sind …</strong> geschäftsführender Gesellschafter und Geschäftsführer der Spedition Sommer. Das Unternehmen wurde im Jahr 1923 gegründet und ist heute mit 60 Sattelzügen in ganz Deutschland unterwegs.</p>
<p><strong>Als Chefs …</strong> versuchen wir, Neuerungen zugunsten der Mitarbeitenden und der Umwelt in den Arbeitsablauf zu integrieren.</p>
<p><strong>Als digitale Vordenker … </strong>bin ich der Meinung, das KI uns die Zukunft noch komplett auf den Kopf stellen wird. Das Internet wie wir es kennen, wird Stück für Stück anders durch KI. Schon jetzt sind sehr viele Texte auf Webseiten durch KI geschrieben, das ist nur der Anfang&#8230;</p>
<p><strong>Als Freunde …</strong>Fahrzeugen nutzen wir diese auch gerne in unserer Freizeit.</p>
<p><strong>Als Politiker … </strong>würden wir viele Entscheidungsprozesse beschleunigen und dem Mittelstand den Rücken stärken sowie viele Probleme unserer Branche angehen, zum Beispiel Parkplatzmangel, Infrastruktur, geringe Wertschätzung etc.</p>
<p><strong>Als Kind …</strong> wollte Christian Huke Zahntechniker werden. Glücklicherweise hat er den Sprung in die Speditionsbranche geschafft und ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut. Janik Kunzmann wollte schon immer in das Speditionsgeschäft, da ihm dort sowohl die praktischen als auch die theoretischen Aufgaben gefallen.</p>
<p><strong>Als Letztes …</strong> lohnt es sich, seine Träume zu verfolgen und zu verwirklichen.</p>
<p><strong>Die mutige Frage: Ihr Unternehmen wird in diesem Jahr 100. Was wünschen Sie sich für die Zukunft?<br />
</strong>Wir setzen alles daran, dass wir mindestens die nächsten 100 Jahre schaffen und einen positiven Beitrag zum Image der Branche leisten. Die Logistik ist ein spannendes und abwechslungsreiches Feld mit vielen Möglichkeiten.</p>
<div id="attachment_22357" style="width: 310px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/307103959_859414038327268_9178898498033127838_n-1.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-22357" class="size-medium wp-image-22357" src="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/307103959_859414038327268_9178898498033127838_n-1-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/307103959_859414038327268_9178898498033127838_n-1-200x133.jpg 200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/307103959_859414038327268_9178898498033127838_n-1-300x200.jpg 300w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/307103959_859414038327268_9178898498033127838_n-1-400x267.jpg 400w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/307103959_859414038327268_9178898498033127838_n-1-600x400.jpg 600w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/307103959_859414038327268_9178898498033127838_n-1-768x512.jpg 768w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/307103959_859414038327268_9178898498033127838_n-1-800x533.jpg 800w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/307103959_859414038327268_9178898498033127838_n-1.jpg 960w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-22357" class="wp-caption-text">Fuhrpark der Spedition. Foto: Spedition Sommer.</p></div>
<p><a href="https://archiv.nw-ihk.de/?s=k%C3%B6pfe">Weitere Beiträge aus der Rubrik &#8222;Köpfe kurz &amp; knapp&#8220;</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2023/06/koepfe-kurz-knapp-christian-huke-janik-kunzmann-spedition-sommmer/">Köpfe kurz &#038; knapp: Chr. Huke, J. Kunzmann; Spedition Sommer</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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		<title>1920er Jahre: Jahrzehnt mit Sogwirkung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[pohlmann.k]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Jun 2023 12:01:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wir öffneten eine Tür, und es tat sich eine ganze Welt auf. Die 1920er Jahre sind wie ein Strudel, wie ein Sog, sobald man sich mit ihnen beschäftigt. Oder wie jener Kaninchenbau, in dem hinter jeder Wendung ein neues, faszinierendes Kapital auftaucht. Wir sind in Hannover. Linden, das größte Dorf Preußens, wird 1920 Teil der  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2023/06/1920er-jahre-mit-sogwirkung/">1920er Jahre: Jahrzehnt mit Sogwirkung</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir öffneten eine Tür, und es tat sich eine ganze Welt auf. Die 1920er Jahre sind wie ein Strudel, wie ein Sog, sobald man sich mit ihnen beschäftigt. Oder wie jener Kaninchenbau, in dem hinter jeder Wendung ein neues, faszinierendes Kapital auftaucht. Wir sind in Hannover. Linden, das größte Dorf Preußens, wird 1920 Teil der Stadt. Und bringt den ersten Flugplatz mit, dort, wo an der Grenze zu Ricklingen die Flieger der Hannoverschen Waggonfabrik landeten. Hermann  Dorner war einer der führenden Köpfe der Firma, die eigentlich Straßenbahnen baute und vor ihrem Niedergang nach 1923 auf Augenhöhe mit der Hanomag  gesehen wurde. Dorners Halbbruder Alexander wiederum sollte als Chef des Provinzialmuseums und der Kestner-Gesellschaft Hannover die künstlerische<br />
Moderne bringen.</p>
<p>1921 wurde die Continental 50 Jahre alt. Auf dem Jubiläums- Titel der Werkszeitschrift sitzt ein schwarzer Titan auf den Fabrikgebäuden: Das passt – nicht nur für einen Reifenriesen, sondern auch in die Zeit, die eben noch nicht golden war. Wenig später hieß der Chefredakteur des „Echo Continental“ Erich Maria Remarque. Er verließ Hannover nach der Inflation. Andere hätten’s vielleicht auch gerne gemacht. Theodor Lessing, der Philosoph, blieb, trotz Fernwehs – bis er 1933 gehen musste, vor den Nazis fliehend und dann ermordet. Er beklagte, wie Hannover seit jeher mit ihrem geistigen Erbe umgehe und war erschüttert über die weitreichende Industrialisierung der Stadt. Sein Urteil über Hannover Ende der 20er: „Sie ist ein Paradies der Mittelstädte, des Mittelstandes, der Bemittelten und jeder Mittelmäßigkeit.“</p>
<div id="attachment_22273" style="width: 426px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4123_CMYK-scaled.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-22273" class=" wp-image-22273" src="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4123_CMYK-300x200.jpg" alt="" width="416" height="277" srcset="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4123_CMYK-200x133.jpg 200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4123_CMYK-300x200.jpg 300w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4123_CMYK-400x267.jpg 400w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4123_CMYK-600x400.jpg 600w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4123_CMYK-768x512.jpg 768w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4123_CMYK-800x533.jpg 800w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4123_CMYK-1024x683.jpg 1024w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4123_CMYK-1200x800.jpg 1200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4123_CMYK-1536x1024.jpg 1536w" sizes="(max-width: 416px) 100vw, 416px" /></a><p id="caption-attachment-22273" class="wp-caption-text">Das Anzeiger-Hochhaus, eines der Hauptwerke des Baumeisters und Architekten Fritz Höger, wurde 1927/1928 für den Verleger des Hannoverschen Anzeigers, August Madsack, in der hannoverschen Innenstadt im Stil des Backsteinexpressionismus errichtet. Es war eines der ersten Hochhäuser im Deutschen Reich. Später wurden darin die Magazine Stern (1948) und Der Spiegel (1947) gegründet. Bis heute haben in dem Gebäude Medienunternehmen ihren Sitz. Foto: Barbara Dörmer</p></div>
<p>Ob’s stimmt? Manches wuchs auch in die Höhe. Das Anzeiger-Hochhaus reihte sich 1928 in die großen Bauten Deutschlands ein. Viele der Gäste bei der Einweihung am 29. April dürften sich tags zuvor in der IHK Hannover getroffen haben, die ebenfalls ein neues Gebäude bezog. Eine IHK, die über ihren damaligen Hauptgeschäftsführer Kurt Finkenwirth den Gedanken eines Wirtschaftsgebiets Niedersachsen vorantrieb – ein Vierteljahrhundert vor der Gründung des heutigen Bundeslandes. Das Firmenhandbuch Niedersachsen erschien, und ebenso das Wirtschaftsblatt Niedersachsen als unmittelbarer Vorgänger dieses Mediums, der Niedersächsischen Wirtschaft.</p>
<p><a href="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Titel-scaled.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-22324 size-fusion-600" src="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Titel-600x413.jpg" alt="" width="600" height="413" srcset="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Titel-200x138.jpg 200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Titel-300x207.jpg 300w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Titel-400x276.jpg 400w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Titel-600x413.jpg 600w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Titel-768x529.jpg 768w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Titel-800x551.jpg 800w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Titel-1024x705.jpg 1024w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Titel-1200x827.jpg 1200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Titel-1536x1058.jpg 1536w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a></p>
<p>Es wurde gebaut, wir sind in der zweiten Hälfte der 20er Jahre: Das waren vielleicht die goldenen. Und sorgte sich um die Außenwirkung: Das Buch „Großstadt im Grünen“ erschien und warb für Hannover. In den 20er Jahren begann sich die Stadt selbst um ihr Image zu kümmern, nachdem sich bis dahin ein Verein darum kümmerte. Das hat die Historikerin Dr. Vanessa Erstmann herausgearbeitet. Und ebenso, dass die Stadt auch Kurt Schwitters einbezog.</p>
<p>Reklamekunst: Das Wort allein beschreibt eine Entwicklung des Jahrzehnts. Hannoversche Markenfirmen galten als Bahnbrecher in der Werbung. Neben Schwitters taucht immer wieder El Lissitzky auf. Die früh verstorbene Änne Koken gilt als eine Vertreterin moderner Werbegrafik aus Hannover – und stand nicht allein. Auch alte Firmen schaffen neue Ausdrucksformen: Dieses Motiv (siehe Foto unten) taucht in einem Buch auf, das wohl 1928 erschien – auf 400 Seiten Industrie, Handel, Handwerk. Ein Kaleidoskop, auch mit Blick auf ein schier unglaubliche Fülle an Firmengebäuden. Auch das Anzeiger-Hochhaus ist schon drin.</p>
<div id="attachment_22270" style="width: 285px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/SKM_C25823052614000_RGB-scaled.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-22270" class=" wp-image-22270" src="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/SKM_C25823052614000_RGB-185x300.jpg" alt="" width="275" height="446" srcset="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/SKM_C25823052614000_RGB-185x300.jpg 185w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/SKM_C25823052614000_RGB-200x324.jpg 200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/SKM_C25823052614000_RGB-400x649.jpg 400w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/SKM_C25823052614000_RGB-600x973.jpg 600w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/SKM_C25823052614000_RGB-631x1024.jpg 631w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/SKM_C25823052614000_RGB-768x1246.jpg 768w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/SKM_C25823052614000_RGB-800x1298.jpg 800w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/SKM_C25823052614000_RGB-947x1536.jpg 947w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/SKM_C25823052614000_RGB-1200x1947.jpg 1200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/SKM_C25823052614000_RGB-1262x2048.jpg 1262w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/SKM_C25823052614000_RGB-scaled.jpg 1578w" sizes="(max-width: 275px) 100vw, 275px" /></a><p id="caption-attachment-22270" class="wp-caption-text">Aufbruch im Ausdruck: Dafür steht Hannover</p></div>
<p>Also: Hinter jeder Wendung ein neues Kapitel: Da taucht aus dem Dunkel der Geschichte zum Beispiel Otto Fuß auf. Kohlenhändler, Mitglied der IHK-Vollversammlung – und in den 20er Jahren eine der führenden Persönlichkeiten im deutschen Schach, der offenbar auch Schachprobleme erfand. Die Deutsche Vereinigung für Problemschach erinnert sich seiner. Hannover auch? Und das alles sind nur einzelne Funken, die das Bild einer in großen Teilen versunkenen Welt nicht erhellen können. Sondern nur neugierig machen auf ein Jahrzehnt, das vielleicht vor allem im dunklen Schatten des folgenden steht. Aber in dem es so viel zu entdecken gibt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5><strong>Hier weitere Beiträge unseres Schwerpunkts 1920er Jahre:</strong></h5>
<p><a href="https://archiv.nw-ihk.de/2023/06/geldgeschichte-in-hannover-seid-verschlungen-billionen/">Geldgeschichte(n): Inflation und Hannovers Münzreichtum</a></p>
<p><a href="https://archiv.nw-ihk.de/2023/06/wisentgehege/">Springes Wisentgehege: Gründungsimpuls vor 100 Jahren</a></p>
<p><a href="https://archiv.nw-ihk.de/2023/06/wettbwerb-nach-100-jahren-pause/">Pelikan-Plakate: Wettbewerb nach hundertjähriger Pause</a></p>
<p><a href="https://archiv.nw-ihk.de/2023/06/kestner-geselllschaft-lissitzky/">Kestner-Gesellschaft: Zurück zu den Wurzeln &#8211; in den 1920ern</a></p>
<p><a href="https://archiv.nw-ihk.de/2023/03/vor-dem-ruhm-erich-maria-remarque-in-hannover/">Remarque in Hannover: Vor dem Ruhm</a></p>
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		<title>Geldgeschichte in Hannover: Seid verschlungen, Billionen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[pohlmann.k]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Jun 2023 11:21:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Inflation, die vor 100 Jahren ihrem Höhepunkt entgegentrieb, ist ein Trauma der 20er Jahre. Geld und Geschichte: Hier hat Hannover heute überraschend viel zu bieten.   Grabmal-Verkauf, inflationsgesichert: Eine Kolonialwarenhändlerin habe einen Hügelstein mittlerer Größe geliefert bekommen, „und wir haben dafür das Recht, zum Dollarkurs vom zweiten September für Mark im Werte von sechs  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5><strong>Die Inflation, die vor 100 Jahren ihrem Höhepunkt entgegentrieb, ist ein Trauma der 20er Jahre. Geld und Geschichte: Hier hat Hannover heute überraschend viel zu bieten.</strong></h5>
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<p>Grabmal-Verkauf, inflationsgesichert: Eine Kolonialwarenhändlerin habe einen Hügelstein mittlerer Größe geliefert bekommen, „und wir haben dafür das Recht, zum Dollarkurs vom zweiten September für Mark im Werte von sechs Dollar Waren bei ihr zu entnehmen.“ Das berichtet der Grabsteinverkäufer Ludwig Bodmer. Ein Millionen-Deal: Zwar war der 2. September <em><strong>1923</strong></em> ein Sonntag. Aber am Montag drauf kostete ein Dollar 9,7 Millionen Mark und war damit immerhin 600 000 Mark billiger als vorm Wochenende. Tags drauf, am Dienstag, lag der Kurs bei 13 Millionen, am Mittwoch bei 20 Millionen Mark.</p>
<p>Deutschland in der Inflation – also wird getauscht: „Man tauscht alte Betten gegen Kanarienvögel und Nippsachen, Porzellan gegen Wurst, Schmuck gegen Kartoffeln, Möbel gegen Brot, Klaviere gegen Schinken, gebrauchte Rasierklingen gegen Gemüseabfall, alte Pelze gegen umgearbeitete Militärjacken und den Nachlaß Verstorbener gegen Lebensmittel.“</p>
<h6><strong>Inflationsbeobachter Remarque in Hannover</strong></h6>
<p>Allerdings hat Ludwig Bodmer, der auch diese Aufzählung liefert, nie gelebt. Er entstammt einem Roman: „Der schwarze Obelisk“ von Erich Maria Remarque. Auch der Schauplatz ist erfunden: Die Stadt heißt Werdenbrück, unumstritten eine Anspielung auf Remarques Heimat Osnabrück. Die Inflation, das Hintergrundbild des Romans, hat Remarque jedoch in Hannover erlebt. Er war damals Redakteur, später Chefredakteur des Echo Continental, der Werkszeitung des Reifenherstellers. <a href="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_Inflation_Collage.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-22333 size-fusion-600 alignleft" src="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_Inflation_Collage-600x400.jpg" alt="" width="600" height="400" srcset="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_Inflation_Collage-200x133.jpg 200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_Inflation_Collage-300x200.jpg 300w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_Inflation_Collage-400x266.jpg 400w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_Inflation_Collage-600x400.jpg 600w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_Inflation_Collage-768x511.jpg 768w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_Inflation_Collage-800x533.jpg 800w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_Inflation_Collage.jpg 1000w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a>Vielleicht muss man Sätze wie diese also auch durch eine hannoversche Brille sehen: „Die deutsche Mark hat zum Herbst hin die zehnfache galoppierende Schwindsucht bekommen. Die Bettler wissen es und verschwinden sofort, da jede Minute kostbar ist; der Preis für die Suppe kann in einer Stunde schon um einige Millionen Mark gestiegen sein.“</p>
<p>Remarque schreibt vom täglichen Gefeilsche und Gerenne, um noch etwas fürs Papier zu bekommen, und lässt Bodmer mitten in der Verhandlung um den Rückkauf eines Grabsteins im Sommer <em><strong>1923</strong></em> sagen: „Es ist leicht möglich, dass Sie in einem Jahr Billionär sind.“</p>
<h6><strong>Göttinger Scheine überholt von der Währungsreform</strong></h6>
<p>So lange hätte es nicht gedauert. Die passenden Scheine waren schon im Herbst gedruckt. Tausende sind erhalten geblieben, mit dem Nennwert 1.000.000.000.000 Mark, als Inflationsnotgeld der damals noch bestehenden Handelskammer Göttingen. Datiert auf den 15. November 1923, markieren sie, faszinierend genug, sehr genau einen Zeit-Punkt der Geschichte: Gedruckt waren die Scheine, ausgegeben wurden sie aber nicht mehr – die Währungsreform kam dem zuvor, brachte das Ende der Inflation, genau zum geplanten Ausgabedatum der Billionen-Noten.</p>
<p>Die von der neuen Rentenmark überholten Scheine überdauerten in der IHK Hannover. Ein Göttinger Schein übrigens hätte einer neuen Rentenmark entsprochen: Ja, man konnte wieder mit Münzen zahlen.</p>
<h6><strong>Hannover mit umfangreichen Geldsammlungen</strong></h6>
<p>Geld spiegelt Geschichte. Davon kann man sich auch heute noch gerade in Hannover überzeugen lassen. Die Stadt beherbergt Sammlungen mit insgesamt über 150 000 Münzen aus zweieinhalb Jahrtausenden. Bundesweit sind nur Berlin, das mit der riesigen Sammlung im Bode-Museum mit London, Paris oder Wien konkurriert, sowie München und Dresden weiter vorn. Wobei an dieser Stelle das Münzkabinett – so nennt man sowohl die Sammlung als auch die Räume, in denen sie aufbewahrt wird – der Uni Göttingen mit rund 40 000 Münzen und Medaillen nicht unterschlagen werden darf. Und ebenso wenig das Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim: Natürlich denkt man an Ägypten, und tatsächlich wurde zuletzt 2006 die Sammlung antiker Münzen um fast 600 erweitert. Städtische und bischöfliche Münzen gehörten aber bereits zu den Gründungssammlungen des Roemer-Museums, wurden schon Mitte des 19. Jahrhunderts erwähnt. Und dann waren es wieder Hortfunde – nicht zu verwechseln mit dem Silberfund von 1868 – kurz nach dem zweiten Weltkrieg, die allein über 4000 Brakteaten ins Museum brachten. So bezeichnet man einseitig geprägte Münzen, etwa aus der Völkerwanderungszeit und dem Mittelalter. Abgerundet werden die Sammlungen durch einen Bestand an Notgeld aus den Kriegsjahren von über 2000 Stücken.</p>
<h6>Wo Geld geschnitten wurde</h6>
<p>Geld macht Geschichte. So ist die gemeinsame Website der vier Einrichtungen überschrieben, die sich in Hannover mit Münzen, Geld und Geldgeschichte beschäftigen. Was dort aufbewahrt wird, lässt die historische Fantasie geradezu überschäumen. Nur ein Beispiel: geschnittenes Geld, cut money, aus der Karibik, von den westindischen Inseln.</p>
<div id="attachment_22331" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Cut_Money.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-22331" class="size-medium wp-image-22331" src="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Cut_Money-300x155.jpg" alt="" width="300" height="155" srcset="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Cut_Money-200x104.jpg 200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Cut_Money-300x155.jpg 300w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Cut_Money-400x207.jpg 400w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Cut_Money-600x311.jpg 600w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Cut_Money-768x398.jpg 768w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Cut_Money-800x414.jpg 800w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Cut_Money.jpg 1000w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-22331" class="wp-caption-text">Kleingeld,, im wahrsten Sinn des Wortes: geschnittene Münzen.</p></div>
<p>Dort wurden, weil Kleingeld fehlte, Münzen geteilt und neu gestempelt, auf Santa Lucia oder der Isla de San Martin. Das klingt nach Kolumbus, der die Inseln vor der Küste Amerikas entdeckte. Das klingt nach Piraterie, auch wenn deren Hochzeit schon vorbei war, als die hannoverschen Stücke Ende des 18. Und Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden.</p>
<h6><strong>Münzen aus welfischer Welt</strong></h6>
<p>Denn die Engländer hatten die Freibeuterei zurückgedrängt, in den Jahren der hannoversch-britischen Personalunion. Und in dieser Zeit wurde auch das Königliche Münzkabinett zu Hannover begründet. Eine Sammlung mit Herrschaftsbezug: Niedersachen, Großbritannien und dessen Kolonien bilden geografisch die Schwerpunkte. So kamen die geteilten Münzen aus den britischen Kolonialgebieten über die Personalunion nach Hannover. Aber ebenso hannoversche Golddukaten, braunschweigische Prägungen oder Münzen, die ihren Ursprung im Harzer Silberbergbau haben.</p>
<div id="attachment_22332" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_Golddukaten.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-22332" class="size-medium wp-image-22332" src="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_Golddukaten-300x147.jpg" alt="" width="300" height="147" srcset="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_Golddukaten-200x98.jpg 200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_Golddukaten-300x147.jpg 300w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_Golddukaten-400x196.jpg 400w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_Golddukaten-600x295.jpg 600w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_Golddukaten-768x377.jpg 768w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_Golddukaten-800x393.jpg 800w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_Golddukaten.jpg 1000w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-22332" class="wp-caption-text">Hannoversche Golddukaten.</p></div>
<p>Das Königliche Münzkabinett zu Hannover, heute im Landesmuseum zu Hause, umfasst 43.000 Münzen und Medaillen. Und wie diese Sammlung der Stadt erhalten blieben, ist fast ebenso abenteuerlich wie die Geldgeschichten aus der Karibik. Die Deutsche Bank übernahm 1983 das Münzkabinett, bewahrte sie lange in der hannoverschen Niederlassung, ehemals Hannoversche Bank, am Georgsplatz auf und stellte immer wieder Teile aus. Wissenschaftlich betreut aber wurde das Münzkabinett schon damals vom Landesmuseum.</p>
<h6><strong>Sammlung von Sammlungen im Kestner-Museum</strong></h6>
<p>Noch einmal größer als das Münzkabinett im Landesmuseum ist mit rund 100 000 Münzen und Medaillen der Bestand des Museum August Kestner in Hannover. Es ist eine Sammlung von Sammlungen: Im Ursprung die des Namensgebers August Kestner, der unter anderem als Archäologe unterwegs war und antike Münzen nach Hannover brachte.</p>
<p>Auch Bestände aus der Sammlung des Landgrafen von Hessen-Kassel haben ihren Weg nach Hannover gefunden: Münzen sammeln war <em>en vogue</em> im ausgehenden 18. Jahrhundert, Kurfürst Wilhelm I. von Hessen also wohl nicht weniger stolz auf sein Münzkabinett als sein Vetter, der hannoversche Personalunionskönig Georg III. Für den schickte Wilhelm seine hessischen Landsleute gegen Geld in den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.</p>
<h6><strong>Von Menschenhandel und Blutdollars</strong></h6>
<p>Der adlige Seelenverkäufer sammelte nicht nur Münzen, die in den 20er Jahren für das Kestner-Museum gekauft wurden: Auf seinen Menschenhandel geht auch die Bezeichnung Blutdollar oder Blood Dollar für eine hessische Talermünze zurück. Geld spiegelt Geschichte.</p>
<p>Und Sammlungen spiegeln Schicksale. Horst Egon Berkowitz, ein wegen seiner jüdischen Herkunft verfolgter Rechtsanwalt aus Hannover, baute eine bedeutende Sammlung auf. Ein Schwerpunkt: deutsche Münzen des 19. Jahrhunderts. Noch zu Lebzeiten überließ Berkowitz Anfang der 1970er Jahre seine Sammlung der Sparkasse Hannover zu einem vergleichsweise geringen Preis. Seit 2009 gehört sie dem Kestner-Museum, und es ist nicht die einzige private Sammlung, die dort ihren Platz gefunden hat.</p>
<h6><strong>Währungsvielfalt als Handelshemmnis</strong></h6>
<div id="attachment_22330" style="width: 610px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_M__nzen_Museum_web.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-22330" class="wp-image-22330 size-fusion-600" src="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_M__nzen_Museum_web-600x400.jpg" alt="" width="600" height="400" srcset="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_M__nzen_Museum_web-200x133.jpg 200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_M__nzen_Museum_web-300x200.jpg 300w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_M__nzen_Museum_web-400x266.jpg 400w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_M__nzen_Museum_web-600x400.jpg 600w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_M__nzen_Museum_web-768x511.jpg 768w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_M__nzen_Museum_web-800x533.jpg 800w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230620_M__nzen_Museum_web.jpg 1000w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><p id="caption-attachment-22330" class="wp-caption-text">Dr. Simone Vogt, Kuratorin der Münzsammlung im Museum August Kestner, bei einer Führung.</p></div>
<p>Kein Wunder also, dass Dr. Simone Vogt als Kuratorin des Museums alle Hände voll zu tun hat, die Münzsammlung überhaupt zu erschließen. Dabei steht allerdings nicht die Wirtschaftsgeschichte im Vordergrund, obwohl Geld auch dabei natürlich eine wesentliche Rolle spielt. Etwa die den Handel behindernde Währungsvielfalt im Deutschland des 19. Jahrhunderts, die schon die IHK-Gründer im heutigen Niedersachsen umtrieb und in der Berkowitz-Sammlung abgebildet ist.</p>
<h6><strong>Und einmal mehr: Inflation</strong></h6>
<p>Oder aber Inflation: Das Historische Museum, eine weitere der der vier geldgeschichtlichen Institutionen in Hannover, besitzt einige Tausend Münzen, Medaillen und Geldscheine mit dem Schwerpunkt Stadtgeschichte – und darunter auch Inflations- und Notgeld. Kestner-Kuratorin Simone Vogt beschäftigt sich aber vor allem numismatisch und kulturhistorisch mit Münzen: Wo und von wem wurden die Münzen und Medaillen benutzt? Was waren sie wert? Und was besagen Bilder und Texte auf den Münzen über ihre Zeit und die Herausgeber?</p>
<p>Auch die derzeit allgegenwärtige Provinienzforschung, also die Frage nach der Herkunft eines Stücks, beschäftigt die Kuratorin. Der Arzt Dr. Albert David, auch er wegen seines jüdischen Glaubens verfolgt, beging 1940 Selbstmord. Rund 30 Münzen verwahrt das Kestner-Museum; man suche die rechtmäßigen Erbinnen und Erben, heißt es auf der Kestner-Seite auf museum-digital.de.</p>
<h6><strong>Wer war Carl Patschke?</strong></h6>
<p>Weniger tragisch, aber ebenfalls noch mit offenen Fragen: Wer war Carl Patschke? Oder auch Karl Friedrich Wilhelm Patschke. Jedenfalls ein schwer reicher hannoverscher Klavierfabrikant, seines Zeichens Hoflieferant, sowie Stifter und &#8211; natürlich, sonst wäre er nicht hier genannt &#8211; Münzsammler. Rund 20 000 Stücke vermachte er 1916 dem Kestner-Museum. Viel weiß man nicht über ihn – aber Simone Vogt wüsste gern mehr über Patschke, der einen wesentlichen Teil zur Sammlung beisteuerte: Hinweise willkommen.</p>
<p>Das geht am leichtesten online. Und über das Internet führt auch der Zugang zu den Sammlungen und den Menschen dahinter, den aktuell Forschenden und den früher Sammelnden. Und für alle, die alte Münzen gefunden haben oder finden wollen: Auch die Fundmünzbearbeitung des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege gehört zu den vier geldgeschichtlichen Institutionen in Hannover.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h6><strong>Die Bestände der Museen sind nicht oder nur in Teilen ausgestellt. Manches ist auch online erschlossen . Mehr erfahren Sie im Internet oder direkt bei den Museen:</strong></h6>
<p><a href="http://www.numismatik-in-Hannover.de">www.numismatik-in-Hannover.de</a></p>
<p><a href="https://www.uni-goettingen.de/de/149540.html">www.uni-goettingen.de/de/149540.html</a></p>
<p><a href="https://www.rpmuseum.de">https://www.rpmuseum.de</a></p>
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		<title>Blick durch die Zeit: Kinder der 20er Jahre</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jun 2023 07:52:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ursprung des Wisentgeheges vor 100 Jahren: 1923 wurde die Internationale Gesellschaft zur Rettung des Wisents gründet. Gerade erst war das letzte frei lebende dieser imposanten Tiere gestorben. Fünf Jahre später war ein Teil des Jagdreviers Saupark, zwischen Springe und Eldagsen gelegen, zum Wisentgehege geworden. Seitdem werden die Tiere dort gezüchtet - und ausgewildert. Heute ist  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ursprung des Wisentgeheges vor 100 Jahren: <em><strong>1923</strong></em> wurde die Internationale Gesellschaft zur Rettung des Wisents gründet. Gerade erst war das letzte frei lebende dieser imposanten Tiere gestorben. Fünf Jahre später war ein Teil des Jagdreviers Saupark, zwischen Springe und Eldagsen gelegen, zum Wisentgehege geworden. Seitdem werden die Tiere dort gezüchtet &#8211; und ausgewildert. Heute ist das Wisentgehege aber auch ein Wildpark mit über 100 Tierarten, darunter Wölfe, Przewalski-Pferde und Greifvögel mit eigener Flugshow: ein Publikumsmagnet der Niedersächsischen Landesforsten am Deister und damit wichtiger Standortfaktor für die Stadt Springe. Das Wisentgehege ist aber auch in Forschungsprogramme eingebunden und bietet Veranstaltung zur Begegnung mit der Natur.<br />
<a href="http://www.wisentgehege-springe.de">www.wisentgehege-springe.de</a></p>
<div class="mceTemp"></div>
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		<title>Pelikan-Plakate: Wettbewerb nach 100 Jahren Pause</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jun 2023 14:54:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Hannover hatte in den 20er Jahren einiges zu bieten, wenn es um Grafik und Plakatkunst geht. Auch Künstler wie El Lissitzky oder Kurt Schwitters mischten mit. Getrieben wurde das von aufstrebenden Markenunternehmen. Dass die Kunst sich erstmals für die Industrie interessiert, war 1923 im Wirtschaftsblatt Niedersachsen, der damaligen Handelskammer-Zeitschrift, ebenso ein Thema wie die hannoverschen  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archiv.nw-ihk.de/2023/06/wettbwerb-nach-100-jahren-pause/">Pelikan-Plakate: Wettbewerb nach 100 Jahren Pause</a> erschien zuerst auf <a href="https://archiv.nw-ihk.de">NW IHK</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hannover hatte in den 20er Jahren einiges zu bieten, wenn es um Grafik und Plakatkunst geht. Auch Künstler wie El Lissitzky oder Kurt Schwitters mischten mit. Getrieben wurde das von aufstrebenden Markenunternehmen.</strong></p>
<p>Dass die Kunst sich erstmals für die Industrie interessiert, war <em><strong>1923</strong></em> im Wirtschaftsblatt Niedersachsen, der damaligen Handelskammer-Zeitschrift, ebenso ein Thema wie die hannoverschen Markenunternehmen als Bahnbrecher in der Werbung: Appel oder Sprengel, natürlich Bahlsen, aber ganz wesentlich: Pelikan &#8211; als Unternehmen, das herstellt, was Künstlerinnen und Künstler brauchen. Nur konsequent also, das Firmeninhaber Fritz Beindorff 1898 einen Wettbewerb für Plakatgestaltung ausschrieb. Er war einer der ersten Industriellen, der gezielt die Zusammenarbeit mit Künstlern suchte. Trotz Vorgaben zum Beispiel bei Farben wurden 550 Entwürfe eingereicht. Eine Jury aus der Kunstszene vergab die drei ausgeschriebenen Preise und beriet Pelikan beim Ankauf weiterer Entwürfe. Etwa 200 der Wettbewerbsplakate gingen auf Tour und wurden in Hannover ausgestellt, in fünf deutschen Großstädten und auch in Wien und Zürich. Weitere Wettbewerbe folgten in den Jahren 1903, 1909, 1919. Und schließlich <em><strong>1923</strong></em>: Alle Schülerinnen und Schüler an deutschen Kunstgewerbeschule konnten sich beteiligen. Nach regionalen Vorentscheiden urteilte die in Hannover tagende Zentraljury mit Fritz Beindorff sen. und jun. und vier Fachpreisrichtern,<br />
die dem deutschen Werkbund angehörten über eine Auswahl der insgesamt eingereichten 143 Arbeiten.</p>
<div id="attachment_22315" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Historische_Motive_A4-1_web.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-22315" class="wp-image-22315 size-fusion-600" src="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Historische_Motive_A4-1_web-600x848.jpg" alt="" width="600" height="848" srcset="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Historische_Motive_A4-1_web-200x283.jpg 200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Historische_Motive_A4-1_web-212x300.jpg 212w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Historische_Motive_A4-1_web-400x566.jpg 400w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Historische_Motive_A4-1_web-600x848.jpg 600w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Historische_Motive_A4-1_web-724x1024.jpg 724w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Historische_Motive_A4-1_web-768x1086.jpg 768w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Historische_Motive_A4-1_web-800x1131.jpg 800w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/Historische_Motive_A4-1_web.jpg 1000w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><p id="caption-attachment-22315" class="wp-caption-text">Fritz Beeger machte den Farbklecks zum lachenden Gesicht.</p></div>
<p><strong>Wieder Plakate gesucht</strong></p>
<p>Nach 100 Jahren Pause schreibt Pelikan in diesem Jahr wieder einen Plakatwettbewerb aus, für Jugendliche, Erwachsene und alle Künstlerinnen und Künstler ab zwölf Jahren. Die Einreichungsfrist läuft noch bis zum 31. August. Der neue Wettbewerb wird ausdrücklich in Anlehnung an die früheren ausgerichtet. Das gesuchte Motiv der Entwürfe: „Was verbindet dich mit der Marke Pelikan?“ Passend zum Start des Plakatwettbewerbes läuft im Tintenturm auf dem ehemaligen Pelikan Werksgelände in Hannover eine Ausstellung von Reklamekunst des Unternehmens mit Auswahl an historischen Werbeplakaten ab 1898. In diesem Rahmen werden auch Plakate des aktuelle Wettbewerbs gezeigt.</p>
<p><a href="http://www.tintenturm.de">www.tintenturm.de</a><br />
<a href="https://t1p.de/462zq">Mehr zum Plakatwettbewerb, den Preisen und Teilnahmebedingungen</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Pelikan-Plakatwettbewerb 1923: Fritz Beeger machte den Farbklecks zum lachenden Gesicht, Carl Fabriz variierte den Pelikan als Markenzeichen des Unternehmens.</p>
<div class="mceTemp"></div>
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		<title>Kestner Gesellschaft: Zurück zu den Wurzeln</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jun 2023 12:41:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mit der Schau „Der neue Mensch, der Ansager, der Konstrukteur. El Lissitzky: Das Selbstbildnis als Kestner Gesellschaft“, die am 7. Juli abends eröffnet wird, spürt das hannoversche Ausstellungshaus den Gründungsmomenten seiner mehr als hundertjährigen Geschichte und seiner avantgardistischen Mission nach. Dabei spielte auch der frühere IHK-Präsident Fritz Beindorff eine besondere Rolle.  Mit der Ausstellung am  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit der Schau „Der neue Mensch, der Ansager, der Konstrukteur. El Lissitzky: Das Selbstbildnis als </strong><strong>Kestner Gesellschaft“, die am 7. Juli abends eröffnet wird, spürt das hannoversche Ausstellungshaus den Gründungsmomenten seiner </strong><strong>mehr als hundertjährigen Geschichte und seiner avantgardistischen Mission nach. Dabei spielte auch der frühere IHK-Präsident Fritz Beindorff eine besondere Rolle. </strong></p>
<p>Mit der Ausstellung am dritten Domizil ihrer mehr als hundertjährigen Geschichte, dem umgebauten Goseriedebad im Zentrum Hannovers, kehrt die Kestner Gesellschaft zu ihren Anfängen zurück: Im Fokus der zentralen Schau des Jahres steht Eleazar „El“ Lissitzky. Der russische Avantgardist – Maler, Architekt, Fotograf, Designer, Autor – lebte und arbeitete Anfang der 1920er Jahre in Hannover und hatte bei der Kestner Gesellschaft 1923 seine erste institutionelle<br />
Einzelausstellung. Adam Budak, seit Ende 2020 Direktor der Kestner Gesellschaft, stellt sich mit der Ausstellung „Der neue Mensch, der Ansager, der Konstrukteur. El Lissitzky: Das Selbstbildnis als Kestner Gesellschaft“ bewusst in die Tradition seines Vorgängers Alexander Dorner, der das Museum von 1923 bis 1924 leitete und danach lange Jahre Direktor des Provinzialmuseums Hannover – dem späteren Landesmuseum – war. „In diesem Jahr oszillieren wir Gegenwart und Zukunft“, so Budak. „In der Mitte haben wir diese wichtige Ausstellung, mit Lissitzky als Hero. Das Jahr begonnen haben wir mit der tschechischen Künstlerin Klára Hosnedlová. Sie ist jetzt 33 Jahre alt und zeigt bei uns die erste institutionelle Einzelausstellung in ihrer Karriere. Bisher ist sie eher unbekannt, ähnlich wie Lissitzky unbekannt war. Progressive, unbekannte Künstlerinnen und Künstler zu zeigen, sieht die Kestner Gesellschaft nach wie vor als Aufgabe.“</p>
<div id="attachment_22215" style="width: 524px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20221201_HS_04557-1-scaled.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-22215" class=" wp-image-22215" src="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20221201_HS_04557-1-300x200.jpg" alt="" width="514" height="342" srcset="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20221201_HS_04557-1-200x133.jpg 200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20221201_HS_04557-1-300x200.jpg 300w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20221201_HS_04557-1-400x267.jpg 400w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20221201_HS_04557-1-600x400.jpg 600w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20221201_HS_04557-1-768x512.jpg 768w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20221201_HS_04557-1-800x533.jpg 800w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20221201_HS_04557-1-1024x683.jpg 1024w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20221201_HS_04557-1-1200x800.jpg 1200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/20221201_HS_04557-1-1536x1024.jpg 1536w" sizes="(max-width: 514px) 100vw, 514px" /></a><p id="caption-attachment-22215" class="wp-caption-text">Adam Budak vor „Paula Rego, The Dance, 1988, Kestner Gesellschaft 2022/23“. Ostrich Arts Ltd., Foto: Henning Scheffen</p>
<p></p></div>
<p>Um die Tradition der Kestner Gesellschaft zu verstehen, muss man einen langen Blick zurück werfen: Ende 1916, inmitten der schwierigsten Kriegszeit, wurde in<br />
Hannovers Prachtstraße – der Königstraße 8 – die „Kestner-Gesellschaft E.V.“ gegründet. Zwar gab es mit dem seit 1832 existierenden Kunstverein Hannover bereits ein Ausstellungshaus – die älteste Kunstinstitution Hannovers. 1889 wurde das Museum August Kestner eröffnet. Warum also ein weiteres Haus für Kunst? Das kulturelle Klima in der „Provinzstadt Hannover“ damals wird als stocksteif beschrieben. Stadtdirektor Heinrich Tramm war Mitglied im Kunstverein.<br />
„Doch hatte die Toleranz des damals 60-jährigen Stadtdirektors gegenüber neuen Entwicklungen in der Kunst seine Grenzen“, geht aus der „Kestnerchronik“<br />
hervor. Daraufhin beschlossen der Direktor des Kestner-Museums und Direktor der Städtischen Galerie Brinckmann, Carl Schuchhardt, sowie der Maler<br />
und Direktor der Kunstgewerbeschule, Wilhelm von Debschitz, einen neuen Verein ins Leben zu rufen. „Wir wollen [&#8230;] jene Dinge bringen, die im Rahmen des hiesigen Kunstvereins überhaupt nicht oder ganz unzuverlässig gebracht werden. Wir wollen jene Dinge bringen, die sich über den landläufigen Kunstbetrieb herausheben und die sich anbieten, anregend und aufklärend zu wirken“, heißt es in einem Brief vom Oktober 1916 an den Rittmeister Eugen Passmann,  Gründungsstifter der Kestner Gesellschaft.</p>
<p><strong>Die Mission </strong></p>
<p>Im Katalogvorwort zur ersten Ausstellung, die man taktisch klug mit Max Liebermann, einem engen Freund Tramms, bestritt, formulierte der erst 27-jährige Direktor, Dr. Paul Erich Küppers: „Mit unseren Ausstellungen [&#8230;] wollen wir den Einwohnern der Stadt Hannover Kunstwerke vorführen, die [&#8230;] dazu geeignet sind, das Verständnis an Kunst zu vertiefen und das Interesse und die Freude an der Kunst zum Nutzen des einzelnen wie der Künstler selber zu beleben. Die Dinge [&#8230;] sollen nicht einfach als angenehmer Zeitvertreib wirken, sondern vielmehr als Anreger und – nötigenfalls – als Erreger. [&#8230;] hoffen wir doch Historisch-Gewordenes ebenso zu bringen wie Werke bekannter lebender Größen und in die Zukunft weisende Schöpfungen sich noch entwickelnder junger Kräfte. Wir wollen damit nicht eine Abstempelung für gut und schlecht, für wertvoll und minderwertig vornehmen, sondern nur einen Gesichtswinkel bieten, aus dem heraus ein nachdenkliches Publikum, das Kunstwerke wirklich erfassen und genießen möchte, sich selber Klarheit verschaffen und ein Urteil bilden kann.“</p>
<p>Unter den 22 Gründungsstiftern waren einflussreiche Unternehmer der Stadt, etwa der Keksfabrikant Hermann Bahlsen, der Zeitungsverleger August Madsack,<br />
der Fabrikant August Sprengel und der Pelikan-Chef und spätere IHK-Präsident Fritz Beindorff. Rund 70 Personen aus Wirtschaft, Kunst und Gesellschaft umfasste die Liste der Gründungsmitglieder. Bald nach der Gründung stellten die ersten Künstlerinnen und Künstler in der Kestner Gesellschaft aus, etwa Paula Modersohn (1917), Emil Nolde (1918) oder Paul Klee (1919). Darüber hinaus bot die Kestner Gesellschaft eine Bühne für Konzerte, Vorträge und Lesungen. Unter der Leitung von Dr. Paul Erich Küppers und seiner Frau Sophie Küppers etablierte sie sich als Ort des kulturellen Austauschs. „In den nur sechs Jahren seiner Amtszeit bis zu seinem Tod war es ihm gelungen, die Gesellschaft zu einem für die moderne Kunst tonangebendem Institut in Deutschland zu machen“, heißt es in der Kestner-Chronik.</p>
<p>1922 wurde Eckart von Sydow Direktor. Ihm gelang es, El Lissitzky nach Hannover zu holen. Es war die erste institutionelle Einzelausstellung des russischen Künstlers. Sie markierte seine bahnbrechende Position als Ansager des neuen Vokabulars, das die formale Sprache der Kunst revolutionierte, sowie seine Rolle als Konstrukteur eines institutionellen Denkens, das auf der wissenschaftlichen und erfahrungsbasierten Wahrnehmung und dem innovativen Ansatz der Ausstellungsarchitektur, den Strategien der Inszenierung und einem umfassenden Verständnis des künstlerischen Schaffens beruht. „Lissitzky war sehr jung, 33. Er hat hier durch diese Ausstellung eine besondere Beziehung zu Hannover entwickelt“, berichtet Budak. „Und er hat hier Sophie Küppers kennengelernt,<br />
die Witwe des 1922 verstorbenen ersten Museumsdirektors Dr. Paul Erich Küppers. Sie wäre eigentlich die Nachfolgerin geworden“, so Budak. El Lissitzky<br />
und Sophie Küppers heirateten später. Wegen der sich zuspitzenden Bedingungen im Land – Lissitzky war Jude – verließ er Deutschland 1926, seine Frau folgte ihm wenige Monate später, nach Moskau. Die Kestner-Gesellschaft würdigt in ihrer neuen Ausstellung auch Sophie Küppers für ihre tragende Rolle in der Kestner-Gesellschaft, indem sie ihr eine Stimme gibt. So „spricht“ Sophie Küppers am Anfang der Eröffnung der neuen Lissitzky-Schau zu den Besucherinnen und Besuchern.</p>
<p><strong>Die erste Edition</strong></p>
<p>Nach seiner ersten Ausstellung bei der Kestner Gesellschaft 1923 erarbeitete El Lissitzky gratis eine Mappe mit acht Lithografien, die die Kestner Gesellschaft an Kunstliebhaber verkaufte. „Die Mappe ist so berühmt geworden, sie ist heute beispielsweise im MoMA (Museum of Modern Art, New York) zu sehen“, berichtet Budak. Die Mappe verkaufte sich schnell, es folgte eine zweite. Damit waren die Kestner-Editionen geboren, die es bis heute gibt. Als Lissitzky in Hannover schwer an Lungentuberkulose erkrankte, ermöglichten ihm Ärzte und Freunde einen Aufenthalt in einem Schweizer Sanatorium. Aber die Schweiz verlangte eine Garantie für den monatlichen Lebensunterhalt des Kranken. „Durch Dr. Beindorff, der Lissitzkys Arbeiten sehr bewunderte und einige von ihnen erworben hatte, erhielt Lissitzky von der Firma Günther Wagner (Anm. der Redaktion: aus der später Pelikan hervorging) Reklameaufträge, für die ein Monatsgehalt von 300 Mark festgesetzt wurde. Dadurch war ein beträchtlicher Teil der Aufenthaltskosten in der Schweiz gesichert“, heißt es in der  Kestnerchronik.</p>
<p>Bei den Aufträgen handelte es sich um die später berühmt gewordenen Werbeposter für Tinte und andere Produkte der Marke Pelikan. Auch Alexander Dorner, von 1923 bis 1924 und dritter Direktor der Kestner Gesellschaft, pflegte gute Kontakte in die internationale Kunstszene. Als seine entscheidende Leistung gilt die zusammen mit Justus Bier als Leiter der Kestner Gesellschaft seit 1930 aufgebauten Installationen zum neuen Raumverständnis der Moderne. Dazu gehörten das Abstrakte Kabinett von El Lissitzky, das seit April als Nachbau wieder im Sprengel-Museum in Hannover gezeigt wird, und der Raum der Gegenwart von László Moholy-Nagy.</p>
<p><strong>Was ab Juli gezeigt wird</strong></p>
<p>Mit „Der neue Mensch, der Ansager, der Konstrukteur“ würdigt die Kestner Gesellschaft die bedeutenden Tatsachen ihrer institutionellen Geschichte. Die Ausstellung betont die bahnbrechenden und visionären Aspekte, die der damalige Direktor und Kurator Alexander Dorner sowie andere Vertretende der Avantgarde, die Anfang der 1920er Jahre in Hannover aktiv waren, zu dieser Zeit entwickelten. Und sie untersucht das lang anhaltende Erbe dieser Zeit und ihre Auswirkungen auf den Museumsdiskurs, insbesondere im Hinblick auf Dorners Begriff des „lebendigen Museums“ und El Lissitzkys „imaginäre Räume“, in denen das Kunsterlebnis persönlicher, intensiver und multidimensionaler werden sollte, passend zum Leben eines neuen, modernen Menschen, der in einer sich ständig verändernden Welt voller Kontraste lebt.</p>
<div id="attachment_22209" style="width: 305px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/POster_Kestner_Ges.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-22209" class=" wp-image-22209" src="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/POster_Kestner_Ges-204x300.jpg" alt="" width="295" height="433" srcset="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/POster_Kestner_Ges-200x294.jpg 200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/POster_Kestner_Ges-204x300.jpg 204w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/POster_Kestner_Ges.jpg 312w" sizes="(max-width: 295px) 100vw, 295px" /></a><p id="caption-attachment-22209" class="wp-caption-text">Poster der aktuellen Lissitzky-Ausstellung.</p></div>
<p>Konzipiert als institutionelles Selbstporträt eines prophetischen Künstlers, besteht die Ausstellung aus Archivmaterial und historischen Positionen, die in Konfrontation mit der dekonstruktiven und revisionistischen Lesung des modernistischen Paradigmas durch zeitgenössische Künstler gesetzt werden, mit Arbeiten von: Michelangelo Antonioni, Willi Baumeister, Beaster, Johanna Billing, Martin Boyce, Max Burchartz, Heinrich Dunst, the next Enterprise, Fernanda Fragateiro, Assaf Gruber, Paul Harrison &amp; John Wood, Lajos Kassák, Marlena Kudlicka, Marysia Lewandowska, Felipe Mujica, László Moholy-Nagy, Paulina Ołowska, László Peri, Prinz Gholam, Florian Pumhösl, Susanne Sachsse, Wieland Schönfelder, Kurt Schwitters, Edik Steinberg, Katja Strunz, Nikolai Michailowitsch Suetin. „Die Ausstellung ist ein bisschen wie ein Manifest. Mit der Präsenz der jungen Künstlerinnen und Künstler zeigen wir, wie aktiv Lissitzky heute noch ist“, sagt Adam Budak. „Ich wollte diese Legacy fortsetzen, diese legendären 20er Jahre. Das ist genau das,<br />
was ich mache, wenn ich über Kestner rede oder über Dorner – eine Fadenfigur für kuratorische Praxis und neues Museumsdenken. Er war verbunden mit der Kestner Gesellschaft, er war hier in Hannover. Es könnte nicht besser passen.“</p>
<div id="attachment_22210" style="width: 457px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4131-scaled.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-22210" class=" wp-image-22210" src="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4131-300x200.jpg" alt="" width="447" height="298" srcset="https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4131-200x133.jpg 200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4131-300x200.jpg 300w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4131-400x267.jpg 400w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4131-600x400.jpg 600w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4131-768x512.jpg 768w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4131-800x533.jpg 800w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4131-1024x683.jpg 1024w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4131-1200x800.jpg 1200w, https://archiv.nw-ihk.de/wp-content/uploads/2023/06/IMG_4131-1536x1024.jpg 1536w" sizes="(max-width: 447px) 100vw, 447px" /></a><p id="caption-attachment-22210" class="wp-caption-text">Das ehemalige Goseriedebad, seit 1997 Sitz der<br />Kestner Gesellschaft. Foto: Barbara Dörmer</p></div>
<p><strong>Wirtschaft als tragende Säule</strong></p>
<p>Bis heute sind Vorstand und Kuratorium der Gesellschaft vorwiegend mit Unternehmerinnen  und Unternehmern, die meisten aus Hannover, besetzt.  Heidelinde Gerhold, Gesellschafterin der GETEC-Gruppe, ist seit 2021 erste Vorsitzende, Nord/LB-Chef Thomas Bürkle ist zweiter Vorsitzender. Kuratoriumsvorsitzender ist Torsten Leue (Talanx), weitere Mitglieder sind etwa Volker Alt (Sparkasse Hannover), Thomas Düffert (Madsack), Karin Hardekopf (Günter Papenburg) oder Dr. Susanna Zapreva (Enercity). Die Namen sind in der Eingangshalle des Museums auf Acryl gedruckt zu lesen. „Die Vorstandsmitglieder funktionieren als Multiplikatoren, die uns dabei helfen, diese Institution zu führen“, so Budak. Und zwar nicht nur ideell, sondern vor allem<br />
auch finanziell. Das Land Niedersachsen fördert die Kestner Gesellschaft mit 700 000 Euro im Jahr. 2400 Mitglieder und 260 Fördermitglieder tragen einen<br />
weiteren Teil zur Finanzierung bei. Die Ausstellungen selbst werden zum Großteil von Wirtschaftsunternehmen und deren Stiftungen finanziert. Die Liste der<br />
Firmenpartner und -förderer umfasst knapp 30 Unternehmen, die meisten haben ihren Sitz in Hannover.</p>
<p>El Lissitzky, Marcel Duchamp, Andy Warhol, Rebecca Horn, Santiago Sierra, Barbara Kruger, Daniel Richter, Thomas Ruff, Guerrilla Girls: Die Kestner  Gesellschaft hat in ihrer langen Geschichte mehr als 700 Gruppen- und Einzelausstellungen ausgerichtet. Immer mit dem Ziel, die aktuell relevante, internationale Kunst ihrer Zeit zu zeigen – als Anreger und nötigenfalls als Erreger.</p>
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